Industriekulisse am Strand – Natur in der Stadt

Halbzeit – vom 22. bis 26. Februar 2016 stand bereits das Ecoselva-Zwischenseminar meines Freiwilligendienstes hier in der DomRep vor der Tür. Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht! Das Seminar sollte in der „wunderhübschen“ Industriestadt Haina, westlich von der Hauptstadt Santo Domingo gelegen, stattfinden. Das Wochenende vor und nach dem Seminar musste ich natürlich wieder zu ein paar Ausflügen nutzen.

Das Wochenende vor dem Seminar schaute ich mir zusammen mit meinem Mitfreiwilligen Manuel das östlich von Santo Domingo gelegene Örtchen Boca Chica an. Der Strandort gilt zum einen als die „Badewanne der Hauptstadt“, da sich hier am Wochenende Familien aus der Hauptstadt am wuseligen Strand erholen, und zum anderen als einer der Hauptorte des Sextourismus‘ im Lande. Auch Letzteres war schwer zu übersehen…  Der Strand an sich ist, von den Menschenmassen mal abgesehen, wirklich sehr schön und umgibt eine Bucht, in der das flache Meerwasser komplett ruhig ist, da etwa 500 m ins Meer hinein ein Riff vorgelagert liegt, das die Meeresströmung abfängt. In dieser Bucht liegen ein paar grüne, aber leider müllverseuchte Inseln und im Hintergrund kann man die Industrieanlagen von Andrés sehen, hinter denen sich auch der Hauptstadtflughafen verbirgt. Vor allem nachts boten diese Industrieanlagen ein lichtreiches Hintergrundspektakel, das mich an abendliche Zugfahrten vorbei am BASF-Leunawerk in Sachsen-Anhalt erinnerte. Manuel und ich jedenfalls gönnten uns vor dieser Kulisse eine leckere Pizza direkt am Strand.

Sonntag besuchten wir die östlich von San Pedro de Macorís gelegene Wunderhöhle „Cueva de las Maravillas“, in der man leider keine Fotos machen durfte. Daher könnt ihr euch unter diesem Link hier einen Eindruck verschaffen. Die Führung war leider auch sehr enttäuschend, da viel zu kurz! Die Höhle war einfach riesig und mit ihren bizarren Gesteinsformationen aus Stalagtiten und Stalagmiten sehr beeindruckend und wir rannten dort in einer 20-Minuten-Führung einfach nur durch. Sehr schade! Wir teilten das der Frau, die die Führung vornahm, natürlich auch mit, aber ich glaube, sie konnte unsere Kritik gar nicht richtig nachvollziehen. Leider kommt man in die Höhle auch immer nur mit einem Guide rein, sonst hätten wir uns sehr viel mehr Zeit gelassen.

Sonntagabend hatte ich dann endlich einmal Gelegenheit zur berühmten Open-Air-Veranstaltung von Santo Domingo, einem Son-Konzert (Son = traditionelle kubanische Musik) vor den Ruinen des San-Francisco-Klosters, zu gehen. Vor der Bühne befand sich eine kleine Tanzfläche, auf der die Leute wie wild zu Salsa und Son tanzten und juhu, endlich gab es mal ein paar Männer, die richtig gut Salsa tanzen konnten. Ich musste teilweise an die Herren des „Buena Vista Social Club“ denken, denn es waren viele ältere, schick angezogene Herren unterwegs, die trotz ihres hohen Alters noch ordentlich das Tanzbein schwingen konnten. Nach dem Konzert gingen wir zusammen mit ein paar Couchsurfern noch in eine nahegelegene Bar, wo wir weitertanzten. Ein super Abend!

Das Zwischenseminar in Haina fand in der wider Erwarten schönen, weitläufigen Anlage des Jesuitenklosters Manresa Loyola statt, die direkt am Meer lag. So verlockend das Meer aussah, so schade war es, dass wir wegen der naheliegenden Industrieanlagen und der daraus resultierenden Verschmutzung nicht baden gehen konnten. Aber die sehr gute Internetverbindung im Kloster entschädigte das allemal! 😉

Das Wochenende nach dem Seminar war ich wieder mit Manuel auf Ausflugstour, diesmal in Santo Domingo selbst. Wir schauten uns am Samstag den Botanischen Garten an, der an sich sehr schön angelegt ist, nur leider fast keine Informationstafeln aufweist. So wusste man z. B. nicht, welche der vielen Pflanzen endemisch auf der Insel sind und von denen gibt es eigentlich echt viele! Schade, aber immerhin konnte man sich mit einer kleinen Bimmelbahn einmal durch den Garten kutschieren lassen, wobei wir am Japanischen Garten ausstiegen und danach weiter zu Fuss durch die Anlage liefen.

Sonntag tat sich wider Erwarten ein echtes Highlight auf, das ich zu einem der bisher schönsten Orte in der DomRep zählen würde: Das Höhlensystem von „Los Tres Ojos“ (Die drei Augen) im „Parque Mirador del Este“ gelegen. Es besteht aus drei, eigentlich sogar vier Seen, wobei man sich über den einen mit einem kleinen Boot hinüberschippern lassen kann. Die Gesteinsformationen, das kristallklare Wasser, die bizarren Pflanzen und das ganze daraus resultierende Farbspiel waren einfach nur beeindruckend und absolut lohnenswert! Im Gegensatz zur oben beschriebenen Wunderhöhle konnte man sich in diesem Höhlensystem auch frei ohne Guide bewegen, so dass wir uns die Zeit nehmen konnten, die wir zur Besichtigung jeder Ecke und jeden Winkels der Höhlen brauchten.

Unabhängigkeitstag, 27. Februar 2016:

Ein Gedanke zu “Industriekulisse am Strand – Natur in der Stadt

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