Die fast verpasste Waltour

Der nächste Tag begann mit Nervenkitzel: Würden wir die 10 Uhr startende Walbeobachtungstour, die wir schon weit im Voraus reserviert hatten, noch schaffen? Und würde das verdammte Guagua, in dem wir auf dem Weg von Las Terrenas nach Samaná-Stadt saßen, endlich schneller fahren und nicht überall stoppen, um weitere Leute mitzunehmen oder um Kleingeld zu wechseln? Sarahs und meine Nerven waren bis zum Zerreißen gespannt als wir dann 9.50 Uhr auch noch im Stadtverkehr von Samaná-Stadt feststeckten. Irgendwann nach bangen Minuten des Wartens fuhren wir ENDLICH weiter und gelangten schließlich zum Hafengelände. Wir düsten aus dem Guagua heraus und hinein ins Büro von „Whale Samana“, wo wir dann auch Manuel trafen, der gerade per Motorrad eingetroffen war. Es war noch alles im grünen Bereich: Wir bezahlten, stellten unser Gepäck im Büro und liefen zur Abfahrtsstelle im Hafen. Wie immer in solchen Situationen waren wir natürlich NICHT die Letzten, die an Bord des Walbeobachtungsschiffes gingen und warteten sicher noch zehn Minuten auf weitere Passagiere. Wir waren jedenfalls heidenfroh als wir endlich auf der Bank im Schiff saßen, langsam aus dem Hafen ausliefen und eine Einführung zu den Buckelwalen bekamen, die wir hoffentlich auf dieser Tour sehen sollten. Die Pionierin der kommerziellen Walbeobachtung und -forschung in der DomRep, die Kanadierin Kim Bedall persönlich, begrüßte uns und gab alle Erklärungen auf Spanisch und Englisch durch. Für uns und ein paar weitere Deutsche war Fatima zuständig, die uns alle Infos auf Deutsch lieferte und sich auch sonst gerne mit unseren „komischen“ Fragen löchern ließ (z. B. Was passiert eigentlich mit Walen, die auf dem Meer sterben? oder Wie räumt man gestrandete Wale weg?).

Weit draußen in der Bucht von Samaná sahen wir sie dann: Erst Delfine, dann Buckelwale, einmal sogar ein Pärchen. Sehr elegant, wie sie mit der Flosse aus dem Wasser glitten, denn mehr war von ihnen leider nicht zu sehen. Die Wale wurden per Echolot geortet, dann wurde gemessen, wie lange sie bereits unter Wasser gewesen waren ohne zu Atmen und in wie vielen Minuten sie wahrscheinlich zum Atmen auftauchen würden. Des Weiteren spielte die Schiffscrew ein paar Walgesänge ab, die sich jedes Jahr ändern und die die Bukelwald auch über tausende Kilometer hinweg zur Kommunikation untereinander nutzen. Im europäischen Sommer und Herbst nämlich leben die Buckelwale im Nordatlantik, um sich dort an Krill satt zu fressen, bevor sie im europäischen Winter und Frühling (Januar – März) in die Karibik wandern, insbesondere die Bucht von Samaná, wo sie sich paaren bzw. Kinder zur Welt bringen.

Auf der Facebook-Seite von „Whale Samana“ kann man sich übrigens täglich die neuesten Fotos der Walexkursionen ansehen.

Auf dem Rückweg nach Samaná-Stadt stiegen noch einige Gäste auf der Insel Cayo Levantado aus, die einst Kulisse für einen Bacardi-Werbespot gewesen war (vielleicht dieser hier?). Wir gingen in Samaná-Stadt angekommen erst einmal etwas essen und besichtigten dann noch die methodistische, aus England importierte(!) Kirche der Stadt, Iglesia San Pedro, die ihren Gottesdienst noch immer auf Englisch abhält und mich stark an skandinavische Holzkirchen erinnerte.

Sarahs und meine Guagua-Fahrt später nach Las Galeras wurde zunächst etwas erschwert, da durch eine gerade stattfindende Wa(h)lveranstaltung ;-), zu der wohl Staatspräsident Danilo Medina anwesend war, alle Straßen mehr oder weniger blockiert waren. Hinzu kam noch, dass uns der Kassierer und der Fahrer beim Fahrpreis voll über’s Ohr hauten, was uns auf Samaná leider einige Male passiert war…

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