Immer wieder Santo Domingo

Nach Santo Domingo sollte es mich im Dezember 2015 und Januar 2016 gleich mehrfach verschlagen, so dass ich die Fotos und Berichte gleich zusammenfassen möchte: Am 10.-11.12. hatten wir als Freiwilligengruppe einen sogenannten Reflexionstag im Deutsch-Dominikanischen Zentrum der Hauptstadt, ein Tag, an dem wir uns über unsere bisher gemachten Erfahrungen untereinander austauschen und Nikaulis, unsere Tutorin vor Ort, auf den neuesten Stand bringen konnten. Das Deutsch-Dominikanische Zentrum liegt mitten in der Kolonialzone Santo Domingos und erinnerte mit seinem schönen ruhigen Innenhof mit kleinem Wasserbecken an ein andalusisch-arabisches Haus. Der Reflexionstag schloss mit einem üppigen Weihnachtsbuffet ab und danach hatten wir noch den Freitagnachmittag sowie das Wochenende zur Verfügung, um die Hauptstadt unsicher zu machen. Gesagt, getan! Erstes Highlight: Der monumentale Faro a Colón (Leuchtturm des Kolumbus‘), ein gigantisches Denkmal, das mit seinem Mix aus Sowjetarchitektur und Mayatempel einfach nur merkwürdig aussieht und angeblich das Grab des Kolumbus‘ beinhaltet (auch die spanische Stadt Sevilla beansprucht das Grab des Kolumbus‘ für sich). Des Weiteren befindet sich eine Ausstellung (fast) aller Länder des amerikanischen Kontinents im Inneren der monumentalen Mauern, deren Exponate recht willkürlich und kurios zusammengewürfelt erscheinen und der man das veraltete Museumskonzept der frühen 1990er ansieht. Das Denkmal war 1992 zur 500-Jahrfeier der „Entdeckung“ Amerikas fertiggestellt worden und soll angeblich etwa 70 Millionen USD gekostet haben! Doch damit der Gigantomanie nicht genug: Eigentlich befinden sich auf dem Dach des Denkmals Scheinwerfer, die ein riesiges Kreuz in den Himmel projizieren können, das man angeblich bis auf die etwa 200 km entfernte Nachbarinsel Puerto Rico sehen können soll. Dummerweise ist wohl bei den ersten Versuchen die Scheinwerfer einzuschalten in ganz Santo Domingo der Strom ausgefallen, weswegen man das nun eher sein lässt… Von den 5000 Familien, die für das riesige Gelände, das das Denkmal umgibt, zwangsweise umgesiedelt worden, ganz zu Schweigen…

Den Freitagabend und Samstag nutzten wir zum weiteren Sightseeing in der Stadt: Einmal hypermodern Metrofahren (Die U-Bahn in Berlin kann im Vergleich zu dieser Metro, die mich sehr an die ebenfalls hochmoderne Metro in Teheran erinnerte, echt einpacken!) und im Anschluss daran lecker Falafelessen. Samstag dann Besuch der ersten Kathedrale der Amerikas und diverser Museen und Kolonialbauten, sowie der Festung Ozama im Rahmen der langen Nacht der Museen. In der Kolonialzone bei Nacht fühlte man sich nach Andalusien versetzt, wenn da nicht der scheußliche rote Coca-Cola-Weihnachtsbaum auf der Plaza España gewesen wäre…

Ende Dezember und mit meinem Besuch von zwei Freundinnen aus Deutschland war ich dann Anfang Januar gleich noch zwei weitere Male in Santo Domingo gewesen, weswegen auch von diesen Stadttouren einige Fotos hier im Fotomosaik und im vorangehenden Artikel zur Street Art zu finden sind. Ich muss sagen, dass die Kolonialzone schon einer meiner Lieblingsorte in der DomRep geworden ist – vielleicht weil sie eben doch irgendwie sehr europäisch, schön ruhig und entspannt ist und mich sehr an Südspanien erinnert?

Ein Gedanke zu “Immer wieder Santo Domingo

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