Iran-Etappe 5: Abiyane, Kashan und Qom

Nach Isfahan setzten wir unsere Fahrt gen Norden fort und legten einen Mittagsstop im Bergdorf Abiyane ein, das berühmt ist für seine rötliche Felsumgebung (auch dies erinnerte mich wieder an Südmarokko). Wir waren nicht die Einzigen, denn am Ortseingang stauten sich schon die Autos ausflugswütiger Iraner und auch das Restaurant, in dem wir Mittag aßen, war ziemlich überfüllt. Danach hatten wir Zeit für einen kuzen Rundgang im Ort. Besonders auffällig: Die Kleidung der Einwohner. Die Frauen trugen buntgemusterte, weite Röcke und weiße Kopftücher, die Männer sehr weite Hosen, wie man teilweise auf den Fotos unten erkennen kann.

Nach Abiyane besichtigten wir in Kashan im Speed-Verfahren ein historisches Bürgerhaus der Tabatabaei-Familie aus dem Jahr 1834, da danach ein Rendezvous mit dem Freitagsprediger von Kashan auf dem Programm stand. Alle waren etwas angespannt dem Mann gegenüber zu treten. Natürlich war auch wieder Presse da und unser Besuch wurde ausführlichst per Foto und Film dokumentiert. Große Neuigkeiten erfuhr man von diesem Geistlichen nicht, aber allein die Art, wie er religiös argumentierte und wie er sprach, war allemal interessant. Am Ende wurden wir noch mit Süßigkeiten beschenkt und ich denke, alle waren nun froh, der doch etwas steifen Atmosphäre entkommen zu sein.

Den Geistlichen, den wir am nächsten Tag im schiitischen Pilgerort Qom trafen, war ein ganz anderes Kaliber. Er war quasi der „PR-Mullah“ der Stadt (obwohl der Begriff „Mullah“ wohl nur noch in westlichen Medien, jedoch nicht mehr im Iran verwendet wird)  und dazu da Touristen zu empfangen und mit ihnen zu diskutieren. Er sprach um einiges lebhafter und gewitzter als der bedächtige Geistliche in Kashan und machte auch aus seinem manchmal etwas holprigem Englisch keinen Hehl, in dem er sich immer wieder bei seinem Englischcoach, der danebensaß, rückversicherte. Nach diesem unterhaltsamen Gespräch machten wir uns auf den Weg, das Mausoleum von Fatima Masumeh zu besichtigen, der Tochter des von den Schiiten verehrten achten Imams. Das Laufen war für uns Mädels gar nicht so einfach, hatten wir doch am Anfang einen Tschador überziehen müssen, der ständig hin- und herrutschte und teilweise viel zu lang war 😦

In Mausoleum und auch auf der Straße konnte man schiitische Pilger aus der ganzen Welt beobachten. Der Pilgertourismus hat natürlich auch eine große wirtschaftliche Bedeutung für Stadt, was sich in einer richtigen Pilgerinfrastruktur mit Registrierungsschaltern, Buchläden, Souvenirshops, etc. niederschlägt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s