Iran-Etappe 2: Identitätsstifende Orte – Persepolis, Naqsh-e Rostam und Pasargard

Persepolis – den Namen hat irgendwie jeder schon einmal gehört. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Stadt der Perser“. Persepolis war eine der Hauptstädte des ersten persischen Großreiches, dem der Achämeniden (6. Jhd. v. Chr. – spätes 4. Jhd. v. Chr. – danke Wikipedia!). In letzter Zeit war „Persepolis“ jedoch eher als der Titel eines Comics in aller Munde gewesen, der von der französisch-iranischen Comiczeichnerin Marjane Satrapi entworfen wurden war und zu dem es schließlich auch eine Comicverfilmung gab.

In Persepolis erhielten wir eine deutschsprachige Führung und schleppten uns durch die sengende Mittagshitze an mehr oder weniger aniken Gebäuderesten vorbei – manche sahen einfach zu gut restauriert aus 😉 Es war sehr interessant die Wandreliefs zu betrachten, auf denen Menschen unterschiedlichster Völker zu sehen sind, die sich klar nach Kleidung, Frisur, mitgeführten Gegenständen und Tieren voneinander unterschieden. Auch um uns herum konnten wir beobachten, wo das Gros der Irantouristen eigentlich herkommt: Viele Iraner als Inlandstouristen, eine italienische Reisegruppe, Deutsche und vereinzelt Chinesen, die laut unserem Tourguide Hassan wohl immer mehr in den Iran fahren. Aber die Mehrheit aller Touristen im Iran stellen wohl immer noch Deutsche dar.

Nach einem wohltuenden Mittagessen unter freiem Himmel fuhren wir in die nächste Ausgrabungsstätte Naqsh-e Rostam. Zu sehen sind in den Feld gehauene Reliefs aus der Sassanidenzeit (zweites persisches Großreich, 3. Jhd. – Mitte 7. Jhd.), sowie in den Fels eingelassene Grabstätten achämenidischer Könige. Mich erinnerte die Stätte an Petra in Jordanien, auch wenn die Felsfarben hier etwas unspektakulärer aussahen.

Zu guter Letzt statteten wir einer weiteren Stätte aus achämenidischer Zeit, der alten Residenzstadt Pasargad bzw. ihren Überresten, einen Besuch ab. Das Augenscheinlichste noch erhaltene Bauelement ist das Grab Kyros II., dem sechsten König der Achämenidendynastie, auch „Kyros der Große“ genannt (kein Wunder, sein Grab ist riesig 😉 ). Vielleicht hat der eine oder andere bereits einmal vom „Kyros-Zylinder“ gehört? Es handelt sich um einen Tonzylinder, auf dem besagter Kyros II. in Keilschrift die angeblich erste „Menschenrechtscharta“ abgefasst haben soll. Dieser kann heute  im British Museum in London besichtigt werden.

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