Das Inselparadies bekommt Risse

Mein letzter Blogeintrag liegt ja schon eine ganze Weile zurück, aber ich bin die letzten drei Wochen einfach mal zu Garnichts gekommen. Ich hatte nämlich (und werde es noch eine Woche haben) morgens von 8 bis 12 Uhr Kiswahiliunterricht an der hiesigen Uni (SUZA), flitze dann auf Arbeit, arbeite bis gegen 18 Uhr, komme nach Hause, esse und mache Hausaufgaben bis spät bzw. gönne es mir ab und zu mal zum Salsa zu gehen, um meine sportliche Aktivität nicht vollkommen einschlafen zu lassen. ANSTRENGEND! Aber der Kiswahiliunterricht lohnt sich: Wir werden jeden Tag mit so vielen neuen Wörtern zubombadiert, dass ich immer mehr im Alltag verstehe und mittlerweile auch einfache Konversationen führen kann. Ich werde aber vermutlich eine weitere Woche nach Kursende brauchen, um den ganzen Stoff nachzuverarbeiten, zu „verdauen“ und dann auch anzuwenden. Die SUZA organisiert neben dem Sprachkurs zudem wöchentlich einen Ausflug, bei dem wir bereits die Maruhubi-Ruinen im Norden von Zanzibar Town und eine Töpferkooperative im Süden der Stadt besucht haben. Alle Erklärungen bekommen wir dann auf Kiswahili, was echt anspruchsvoll ist!

Ansonsten habe ich in der letzten Zeit wenig unternommen und bin froh, wenn ich an meinem freien Sonntag nicht durch die Gegend hetzen muss. Ich war vor zwei Wochen aber auf einer sehr speziellen Party, einer Yachtparty, zu der ihr hier die Fotos sehen könnt:

https://www.facebook.com/TheMidsummerYacht/photos_stream

Tja, und dann ist mir noch was sehr Unschönes passiert: Am Samstag vor zwei Wochen bin ich auf dem Weg zur Arbeit von einem Typen attackiert worden. Er hat mich mit einem Panga (eine Machete) bedroht, hat mich in die linke Hand geschnitten und hat dann mein Handy geklaut. Ich stand so unter Schock, dass ich mich an sein Gesicht absolut nicht erinnern kann. Ich ging nach der Attacke mit meinen Kollegen zum Dorfbürgermeister, dem Sheha, und  anschließend zur Polizei, um einen Bericht abzugeben. Sie fanden auch ziemlich schnell den Namen des Täters und die dazugehörige Gruppe dahinter, die offensichtlich mit Drogen zu tun hat, doch obwohl sie auch deren Wohnort kennen, wird nichts unternommen. Mittlerweile war ich zwei weitere Male bei der Polizei, doch jedes Mal werde ich mit „wir unternehmen morgen oder übermorgen was“ vertröstet. So lange da kein Bakshishi gezahlt wird, passiert vermutlich auch nichts. Mittlerweile ist sogar eine weitere Person, eine einheimische Lehrerin, an derselben Stelle angegriffen worden, doch das schert weder den Sheha noch die Polizei. Ich gehe nun auch immer einen anderen Weg und habe das Pfefferspray stets griffbereit. Vielleicht kann die hier ansässige Tourismusorganisation irgendwie Druck auf die Regierung ausüben, aber leider ist die Korruption allgegenwärtig… Mir geht es aber gut, keine Sorge! Die Schnitte sind fast verheilt, nur der Schock kommt ab und zu nochmal hoch. Und ich bin einfach nur stinkesauer auf diese nutzlose, inaktive Polizei!

Schreibt mir doch bitte noch einmal alle eure Handynummern, denn die habe ich durch den Diebstahl wieder verloren. Danke!

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