5. Station: Tanga an der Swahiliküste

Meine letzte Reisestation war Tanga an der Nordostküste Tansanias nahe an der kenianischen Grenze gelegen. Tanga ist Teil der Swahiliküste und unterscheidet sich vom Stadtbild her deutlich von innertansanischen Städten. In Tanga findet man in den Stadtteilen nahe der Meeresfront viele indische Häuser, die man an ihren Holzbalkons (auch häufig in Stone Town zu sehen) und den Säulenarkaden erkennt. Hier leben viele indische Geschäftsleute und so stolpert man über so manches indische Restaurant, einen Hindutempel (okay, in Indien gibt es auch Christen und Muslime), Frauen in Saris, etc. In meinem Reiseführer steht zudem, dass man in Tanga auch griechische Geschäftshäuser findet. Erst jetzt im Nachhinein fielen mir wieder einige Häuser ein, die ich in Tanga gesehen hatte und die weiße Säulen aufwiesen, die man als griechisch beeinflusst betrachten kann (siehe Fotos unten). Auch in Sansibar haben übrigens Mitte letzten Jahrhunderts griechische Familien gelebt, die das sogenannte „Sansibarbrot“ einführten, ein weißes, knuspriges Kastenweißbrot, das es auf dem Festland kaum zu kaufen gibt und man stattdessen viel labbriges weißes Toastbrot zum Frühstück isst. Gleich bei mir um die Ecke befindet sich die erste dieser Bäckereien Sansibars, wo man 24 Stunden lang frisches Brot kaufen kann.

Zurück zu Tanga: Die Stadt war neben Dar-es-Salaam die größte und wirtschaftlich wertvollste Stadt Deutsch-Ostafrikas (das Gebiet umfasste Tansania (ohne Sansibar), Burundi, Ruanda und einen kleinen Teil Mosambiks), denn über ihren Hafen wurden koloniale Rohstoffe wie Kaffee, Baumwolle, Kautschuk und tropische Hölzer verschifft. Witzigerweise taucht in Tanga oft der Name „Eckernförde“ auf, sei es als Straßenname oder Name eines Instituts. Der kleine Ort in Schleswig-Holstein ist simpel und einfach die Partnerstadt Tangas und jeder kennt den Namen!

Ich traf mich am Nachmittag noch mit meinem Kollegen Mohammad, der auch gerade in Tanga war, und ging dann zeitig ins Bett, da ich am nächsten Morgen 6 Uhr den Bus nach Dar-es-Salaam nahm, von wo aus ich wieder per Fähre nach Sansibar fahren wollte. Solch eine Luxusfahrt hatte ich schon lange nicht mehr gehabt: Frühstück vor der Abfahrt, pünktliche Abfahrt, Essen und Trinken im Bus, regelmäßige Toilettenpausen, ein sauberes Businneres, ein technisch einwandfreier und leiser Busmotor. Okay, letzteres wurde durch die Dauerbeschallung mit Taraabmusikvideos oder grässlichen kenianischen Spielfilmen zunichte gemacht… Und dies ging später auf der Fähre weiter, wo man erst keine Ruhe vor den umherlaufenden Händlern und dann vor den Musikvideos hatte…  Dazu später einmal mehr! Eines habe ich jedenfalls auf meiner Reise gelernt: Tanzania is f*** noisy and loud! 😉 Aber auf jeden Fall eine Reise wert!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s