3. Station: Moshi und Marangu am Kilimanjaro

Von Arusha nahm ich den Bus nach Moshi, der Stadt am Fuße des Kilimanjaro. Auch diese Stadt ist selbst nicht wirklich lohnenswert anzusehen, da auch sie keine richtigen Sehenswürdigkeiten aufweist. Und auch den Kilimanjaro bekam ich leider nie zu Gesicht, weil seine Spitze stets nebelverhangen war 😦

Ich übernachtete bei Couchsurfer Martin, der mich am kommenden Tag zu einem Ausflug in das Bergdorf Marangu mitnahm. Von dort aus war es nur ein kurzer Weg und ich stand erneut vor Wasserfällen, den Kinukamori-Wasserfällen. Um diese herum war ein Besucherzentrum eingerichtet, in dem man einiges über die Wasserfälle, damit verbundene Chagga-Sagen und die Kultur des Chagga-Stammes erfahren konnte. Auf dem Festland begegnete mir die Stammesthematik zum ersten Mal: Tansania weist etwa 130 Stämme auf, die sich durch verschiedene Kulturen und Glaubensvorstellungen, teilweise durch klar unterscheidbare Sprachen voneinander unterscheiden. Durch das Kiswahili als übergeordnete Sprache und ein gewisses tansanisches, nationales Zusammengehörigkeitsgefühl, das vermutlich ein Verdienst des von Nyerere (1. Präsident Tansanias nach der Unabhängigkeit 1963) kreierten afrikanischen Sozialismus ist, kommt es in Tansania zu keinen Stammesfehden. Ganz anders in Kenia, wo bestimmte Volksgruppen versuchen andere zu dominieren und es häufig zu Unruhen kommt, so wie 2007/2008 nach den Wahlen. Zum Glück kaum bei den diesjährigen Wahlen!

Martin gehörte übrigens dem Stamm der Pare, und sein Freund, der mit uns bei den Wasserfällen war, dem Stamm der Chagga an. D. h., Kiswahili nutzten beide um sich miteinander zu verständigen, wobei beide aber eine andere Muttersprache (Kipare und Kichagga) haben.

Von Marangu aus fuhren wir noch in das Kilimanjaro-Basiscamp, von dem die meisten Bergbesteigungen starten und wo man sich sein komplettes Equipment zusammenstellen kann. Angeblich schafft man es, in 5 Tagen auf dem „Uhuru Peak“ (Freiheitsspitze) des mit 5895 m höchsten Berg Afrikas zu sein. Das muss ich probieren solange ich noch hier bin! Der erste Europäer übrigens, der den Kilimanjaro bestieg, hieß Hans Meyer und gehörte der Verlegerfamilie an, die das „Meyers Konversationslexikon“ herausgibt.

Den letzten Abend in Moshi versackten wir mit Martins Freunden und viel zu viel Bier (es ist echt billig hier, nur etwa 0,85 €/Bier!) in zwei „local bars“, die immer die gleichen Elemente aufweisen: eine vergitterte Bar, um das Barpersonal vor Betrunkenen zu schützen, Plastiktische und Plastikstühle, sowie viel Bierwerbung drumherum. Zudem laute „Bongo Flava“-Musik und schummriges Licht und teilweise echt schräge Typen. Man könnte den ganzen Abend nur dasitzen und Leute beobachten!

Ein Gedanke zu “3. Station: Moshi und Marangu am Kilimanjaro

  1. Pingback: Tarangire-Nationalpark und Europa mitten in der afrikanischen Pampa | Connys Weblog

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