2. Station: Arusha am Fuße des Mount Meru

Der Flug mit Fastjet verlief reibungslos und über meinen Kollegen Mohammad, der in der Lodge Exkursionen organisiert, hatte ich mir einen Taxifahrer organisiert, der mich für einen echt günstig ausgehandelten Preis vom Kilimanjaro International Airport nach Arusha fuhr. Auch in Arusha hatte ich mir einen Übernachtung über Couchsurfing organisiert: Ich hatte eine Japanerin, Hiromi, kontaktiert, die dort ein Tourunternehmen zusammen mit ihrem tansanischen Mann betrieb. Allerdings war sie gerade in Japan und hatte mir daher den Kontakt zu ihrem Nachbarn Walter gegeben, in dessen WG ich übernachten konnte. Zum Frühstück konnte ich immer ins nahegelegene Haus von Walters Schwester gehen, wo diese mit ihrem Mann und Kind, sowie den Eltern wohnte. Familienanbindung pur und alle waren so herzlich und gastfreundlich!

Mit Walter war ich Donnerstag dann in Arusha unterwegs, die in der Hochsaison wohl von Touristen überquellen muss, weil diese hier ihre Ausflüge in die Nationalparks der Umgebung (Serengeti, Ngorongoro-Krater) starten. Die Stadt selbst fand ich einfach nur hässlich und nichtssagend. Es gibt keine richtigen Sehenswürdigkeiten und ich hatte das Gefühl, dass die ganze Stadt nur aus Einkaufsstraßen bestand. Leider hob mein Fotoapparat an diesem Tag seine Hufen hoch, so dass ich keinerlei Fotos machen konnte. Am Abend bekam ich ihn wieder flott (puh!), auch wenn der Bildschirm nicht mehr funktionierte.  Aber bis zu meiner Abreise am übernächsten Tag konnte ich leider keine Aufnahme mehr vom Mt. Meru erhaschen, ein Berg, an dessen Fuße sich Arusha befindet. Die Bergregion machte das Wetter herrlich kühl und ließ keine Moskitos überleben (ohhh ;-)). Wovon ich ebenfalls keine Aufnahme bekam, weil es verboten war dort Fotos zu machen, war das wie eine riesige Fabrik aussehende Gebäude des AICC-Kongresszentrums, in dem seit 1995 der Internationale Strafgerichtshof für Ruanda tagt und in dem ebenfalls Konferenzen der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union stattfinden.

Hiromi hatte mir einen zweiten Kontakt zu einem Lehrer, Conrad, gegeben, der eine Schule betrieb, in der er Jugendliche als angehende Touristenguides ausbildete und ihnen vorwiegend Fremdsprachenunterricht anbot. Mit Conrad und ein paar seiner Schüler unternahm ich am nächsten Tag einen Ausflug zum Naporo-Wasserfall. Wir wanderten eine Strecke, die ich niemals selbst gefunden hatte, zumal ich nie eine Wanderkarte für Arusha gesehen hatte, und zudem hatte Conrad eine Eintrittsbescheinigung für das Wasserfallschutzgebiet dabei, an die ich selbst auch nie gekommen wäre. Bis auf kurze Regenschauer war das Wandern durch die grüne Landschaft einfach nur herrlich. Nach dem Abstieg ins Flussbett allerdings wurde es unangenehm: Wir mussten ca. 30 Minuten barfuß über die glitschigen Flusssteine staksen bis wir schließlich am Wasserfall ankamen. Er hatte durch das viele Wasser der Regenzeit mächtig Wasserdruck und stürzte aus bestimmt 30 Metern Höhe in die Tiefe. Sehr beeindruckend! Die Luft war voller feinster Wassertropfen, meine Hose bald klitschenass und mir arschekalt. Nervigerweise war auch gerade eine ganze Schulklasse kurz nach uns am Wasserfall eingetroffen – den Lärmpegel kann man sich vorstellen und keine Ahnung, wie viele tausend geposte Fotos sie schossen. Ich musste nicht lange warten und hörte „Madam, Madam, can I take a picture with you?“, was ich allerdings genervt ablehnte, denn ich wusste schon, dass sie das Foto nur machen wollten, weil ich ein Mzungu bin. Nach dem Wasserfallausflug wanderte ich mit Conrad noch ein bisschen in seiner Wohngegend umher, die herrlich idyllisch war. Auf einmal standen wir vor einer rote Backsteinkirche, die nicht nur verdammt deutsch aussah, sondern tatsächlich auch von Deutschen erbaut worden war, wie mir Conrad erklärte.

Übrigens wird in Arusha und auch Moshi, meiner nächsten Station, Kaffee angebaut. Dieser ist allerdings hauptsächlich für den Export bestimmt, so dass man, wenn man im Restaurant einen Kaffee bestellt, leider nur Instant-„Africafe“ bekommt… Ich brachte mir allerdings Kilimanjaro-Kaffee von der Reise mit und kann diesen nun jeden Morgen zum Frühstück genießen. Der Geschmack ist echt was Besonderes!

Am Wochenende machte Arusha allerdings mit einem traurigen Ereignis Schlagzeilen: In einer katholischen Kirche, die gerade neu eröffnet werden sollte, ging eine Bombe hoch, so dass zwei Menschen starben und 58 verletzt wurden:

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