Reise in Tansania-Festland: 1. Station Dar-es-Salaam

Ab dem 23. April 2013 hieß es für mich zum ersten Mal „Likizo“ (Urlaub), den ich nach etwas Recherche auf dem tansanischen Festland verbringen wollte. Im Vorfeld hatte ich auch ein paar Couchsurfer angeschrieben und war schon gespannt darauf, wie gut das wohl in Tansania funktionieren sollte (und das tat es schließlich!).

Ich nahm am Mittwoch, den 23.4., die Fähre von Sansibar nach Dar-es-Salaam (kurz: Dar), wo mich Couchsurferin Chenda direkt am Fährhafen abholte. Gar nicht so einfach, sich dort gegen die ganzen Taxifahrer und Straßenhändler durchzusetzen, die einen die ganze Zeit anlaberten, weil man eben als „Mzungu“ dort umherspazierte. Mit Chenda fuhr ich schließlich in ihr weit außerhalb  gelegenes Wohngebiet. Und obwohl ich an diesem und am nächsten Tag nicht viel vom eigentlich sehenswerten Zentrums Dars zu Gesicht bekam, erhielt ich zumindest beim Durchfahren zu den Außenbezirken einen guten Eindruck: Die Stadt scheint morgens und abends ein noch massiveres Verkehrsproblem als Casablanca zu haben. Alle Straßen sind verstopft, was vor allem auch durch die schlechten Straßen verursacht wird. Vor allem in den Außenbezirken sind nur die Hauptstraßen betoniert, der Rest matschige, huckelige Feldwege, die sich während der Regenzeit mit riesigen Pfützen füllen. Fährt man aus Dar raus, sieht man, dass auch hier wie in Casa eine Straßenbahn gebaut wird und die STRABAG zudem an einem großen Highway werkelt. Die Stadt scheint unglaublich schnell gewachsen zu sein: riesige Hochhäuser, Bankgebäude und Einkaufszentren bestimmen das Stadtzentrum, die man schon von weitem sieht, wenn man von außerhalb in die Stadt reinfährt. Dort, wo Chenda und ihre Familie wohnte, das genaue Gegenteil: ärmliche, einstöckige, enge Häuser umgeben von Müllbergen ohne Ende, durch die ein grauer „Fluss“ hindurchwaberte. Vor allem der ganze Müll schockierte mich und dass alle alle Abfälle ganz einfach hinter dem Haus den Abhang hinunter in den Fluss kippten… Auch in Tansania ist die Landflucht groß und Dar zählt zu einer der am schnellsten wachsenden Städte Afrikas. Die meisten Landflüchtigen kommen auf der Suche nach Jobs nach Dar und siedeln sich dann in den ohne Planung entstandenen Außenbezirken an. Offiziell schätzt man Dars Einwohnerzahl auf 3 Mio., inoffiziell geht man von 4 Mio. aus. Übrigens ist Dar NICHT die Hauptstadt Tansanias; dies ist das wohl ziemlich hässliche und langweilige Dodoma im Landesinneren. Aber Dar ist, wie Casablanca auch, zumindest die Wirtschaftshauptstadt und das kulturelle Zentrum des Landes.

Soweit mein kleiner Exkurs: Mit Chenda, ihrer Schwester und einer Freundin unternahm ich ein paar Ausflüge in den Außenbezirken Dars: Markt, Shoppingcenter, Nyama-Choma-Essen (Grillfleisch, wohl das berühmteste Essen Tansanias) und am nächsten Tag besuchte ich zusammen mit Chenda eine Schule, an der sie ein Projekt vorstellen wollte. Wir kamen so ausgehungert dort an, dass die Sekretariatsdamen uns einfach ein Mittagessen bringen mussten 😉 Nachmittags schließlich musste ich mich auch schon von der sehr netten Familie Chendas verabschieden, denn ich hatte einen Billigflug mit Fastjet (Tochter von Easyjet) von Dar nach Arusha ergattert und musste wegen des Verkehrs zeitig genug zum Flughafen fahren.

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