Jambo Sansibar!

Omanische, persische, portugiesische, britische und deutsche Einflüsse – all dies findet man auf Sansibar. Es handelt sich bei Sansibar eigentlich um ein Inselarchipel vor der tansanischen Ostküste bestehend aus den Hauptinseln Unuguja und Pemba, sowie 50 kleinen Inseln und Halbinseln.

Ich befinde mich seit nun fast zwei Wochen auf der Hauptinsel Unguja, wohne in Zanzibar Town und werde dort für meinen neuen Job bei der Freiwilligenvermittlungsorganisation World Unite! eingearbeitet. Diese wird bald ihr Büro in Stone Town, dem historischen Altstadtkern von Zanzibar Town haben, wenn denn endlich einmal die Möbel vom Festland eintreffen. In der Zwischenzeit sind Chris, mein Chef, und Nicole, die wie ich ebenso für die Kommunikation der Organisation zuständig sein wird, viel unterwegs und besuchen Freiwilligeneinsatzstellen, so z. B. eine Wassertankbaustelle, auf der zwei ugandische Tüftler einen Wassertank nur aus mit Erde gefüllten Plastikflaschen bauen, das Sober House für Drogenentzug, eine Schule für lernschwache und arme Schüler, etc. So lerne ich interessante Initiativen, sehr engagierte Leute und gleichzeitig ein bisschen die Insel kennen.

In Zanzibar Town selbst habe ich bisher schon die herrliche, arabisch geprägte Altstadt kennengelernt, an der man an jeder Ecke auf die vielfältigen kulturellen Einflüsse trifft: arabische Schriftzeichen aus der Zeit der omanischen Sultansherrschaft, Hindutempel, eine anglikanische und eine katholische Kirche, portugiesische Kanonen vor dem „House of Wonder“. Letztgenanntes ist das Inselmuseum und erzählt didaktisch mehr oder weniger gut aufbereitet die Geschichte und Kultur Sansibars. Es heißt „House of Wonders“, weil in dem Haus der erste Fahrstuhl Ostafrikas eingebaut worden war (heute außer Betrieb) und weil auf dem Turm eine Uhr installiert wurde, auf der während des britischen Protektorats (ab 1890) die Zeit für die „Tea Time“ abgelesen wurde. Mitten im Museum steht eine Dhow, das typische Fischer- und Handelsschiff der Sansibaris, das auf omanische Einflüsse zurückgeht und die man noch oft am Horizont sehen kann, wenn man auf das Meer hinausschaut. Ja, die Altstadt ist einfach herrlich und auch die Strände, die wir bisher angefahren sind, waren einfach herrlich!

Was in Sansibar sehr nervig ist, sind die immer wieder auftretenden Stromausfälle und die langsame Internetverbindung (zumindest von unserem Wohnhaus aus). Von den Straßenverhältnissen will ich gar nicht sprechen… aber, es herrscht – Achtung, Achtung – Linksverkehr! Und an das feuchtwarme Klima muss ich mich auch erst noch gewöhnen. Im November ist aber zum Glück die kleine Regenzeit hier, so dass es zumindest ab und zu abkühlt und ein leichter Wind weht.

Was natürlich am feuchtwarmen Klima richtig toll ist, ist das es ein sagenhaftes Obstangebot hervorbringt  – ich habe noch nie so viele verschiedene Mango- und Bananensorten gesehen und probiere auch ständig neue Früchte und Fruchtsäfte aus. Ansonsten ist die Küche ebensolch ein Kulturmix wie das Äußere Stone Towns – tansanisches, indisches und europäisches (v. a. italienisches) Essen vermischen sich. Die meisten Touristen auf Sansibar kommen übrigens aus Italien – wer hätte das gedacht? Da scheint es immer günstige Angebote im Rahmen von Ferienklubs zu geben, wie mir ein Souvenirhändler erzählte.

Es ist übrigens sehr angenehm in Zanzibar Town unterwegs zu sein – keiner labert einen (anmachemäßig) an und wenn, dann begrüßen einen die Leute mit „Mambo“ oder „Jambo“ (beides Hallo, wie geht’s?) oder „Karibuni“ (Willkommen) und belassen es dabei. Auch die Händler sind freundlich, aber zurückhaltend.

Tja, soweit mein erster Eindruck von der farbenfrohen Insel. In etwa vier Wochen fahren wir noch weiter aufs Festland nach Moshi an den Fuß des Kilimanjaro, um dort weitere Projekte kennenzulernen. Ich bin sehr gespannt!

2 Gedanken zu “Jambo Sansibar!

  1. Hallo Conny, habe mir eben die Fotos und Deinen Bericht angeguckt. Faszinierend! Kann es übrigens sein, daß Dein Objektiv zwischendurch beschlagen war? Sah auf einigen Fotos so aus. Aber insgesamt tolle Bilder!(wie immer ;-)Paß auf bei dem Gemüse und Obst.. Deine Hygienebeauftragte Gabi Viele Grüße!

  2. Wie immer sehr, sehr schön deine Bilder zu sehen und vor allem zu lesen, dass es dir gut geht! Hoffentlich klappt es, dass wir uns um Neujahr vielleicht alle mal alle (C+M+F+D+J) zusammen in Dt. sehen!!! LG Jonas

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