Letzte Tage in Samarkand und auf in die Oasenstadt Khiva!

Die letzte Woche in Samarkand war von diversen Abschieds- und Abschlussevents geprägt: Am Mittwochabend gab es eine Abschiedsfeier für alle Teilnehmer der Sommerschule mit Schaschlikessen und zu-trashiger-Zentralasien-und-90er-Jahre-Mucke-Tanzen. Freitagmorgen stand der Usbekischabschlusstest auf dem Programm und am selben Abend der Abschiedsabend mit meiner Gastfamilie zusammen mit Undines Gastfamilie. Wir waren in einem riesigen Restaurant, wurden bereits während des Essens mit lauter russische Musik beschallt, so dass eine Unterhaltung unmöglich war, und mussten im Anschluss noch eine kuriose zirkusartige Show über uns ergehen lassen: Tänzerinnen mit furchtbaren Outfits wahlweise im Tango-, Bauchtanz- und Hawaiistil, Breakdancer, zwei Michael-Jackson-Imitate, Akrobaten, die Messer und Gläser mit dem Mund balancierten, etc. Vorher war es interessant die Leute auf der Tanzfläche zu beobachten: Maximale Armbewegungen zur Musik, aber um Gottes willen nicht mit Hüfte oder Po wackeln! Dementsprechend steif sieht der Tanz dann aus.

In der Nacht nahmen Undine, Sara und ich schließlich noch den Nachtzug von Samarkand nach Urgentsch, von wo wir am nächsten Nachmittag weiter in die Oastenstadt Khiva fuhren. Die Nachtzugfahrt war schon echt ein Abenteuer und ich war erstaunt wieviele Leute und Betten man auf so engem Raum zusammenquetschen kann. Wir hatten nämlich die billigsten Tickets, Platzkartnaya (oder so ähnlich), bekommen und fuhren im Großraumwagon durch die Nacht. Am nächsten Morgen war es witzig die ganzen Familien zu sehen, wie sie ihr riesiges Frühstück auspackten, uns natürlich neugierig ausfragten und mit grünem Tee versorgten.

In Khiva angekommen holte mich erst einmal meine erste Magenverstimmung ein, die sich aber zum Glück in den nächsten Tagen legen sollte. Wir nutzten den Abend zum Rumschlendern in der Altstadt und um die Stadtmauer herum und wurden prompt noch bei einer Familie zum Teetrinken und Kartoffeltaschenessen eingeladen. Den nächsten Tagen besichtigten wir diverse Medresen, „Museen“ (meist aus drei Vitrinen o. ä. bestehend) und die Festung. Khiva ist schon extrem touristisch und wie auch schon in Bukhara waren v. a. große französische Rentnerreisegruppen unterwegs (Wer kann mir dieses Phänomen erklären?) und überall stapelten sich die Souvenirstände am Straßenrand mit so ziemlich dem scheußlichsten Kitsch, den ich jemals gesehen habe.

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