Weiter geht’s Richtung Norden: Das blaue Chefchaouen und das grüne Paradies Akchour

Nach drei Tagen in Fès ging es mit dem Bus Richtung Norden, nach Chefchaouen, weiter, wo ich schon die ganze Zeit in Marokko über hin wollte, da mich die Fotos der blauen Wände dieser Stadt in meinem Reiseführer schon immer fasziniert hatten. Und wirklich: Wenn man durch die verwinkelten, hügeligen Gassen der Medina spaziert, umrahmen einen die unterschiedlichsten Blautöne – einfach sehr schön und irgendwie erfrischend! Da vergisst man auch schnell das nervige Touriangelaber der Verkäufer an jeder Ecke. In Chefchaouen wird übrigens wieder mehr Spanisch als Französisch gesprochen bzw. da hier viele Backpacker unterwegs sind, auch viel Englisch. Viele kommen wohl auch wegen des leicht verfügbaren Haschisch hierher und auch mir wurde im Restaurant angeboten, ob ich nicht etwas „Humpty Dumpty Zeug“ kaufen möchte, was ich aber dankend ablehnte….

Chefchaouen heißt übrigens vom Arabischen abgeleitet „Blick auf den Gipfel“ (manche kennen sicher „chuf“ für „sehen“ und daher abgeleitet dann „chef“); bis 1975 hieß die Stadt auch nur „Chaouen“, was überall noch zu lesen und auch noch im Sprachgebrauch der Einheimischen so verankert ist. Die allpräsente blaue Farbe an den Wänden übrigens wurde in den 1930ern von der jüdischen Bevölkerung Chefchaouens eingeführt, deren Vorfahren die jüdischen Flüchtlinge aus Granada sind, die 1494 die Stadt verlassen hatten. Bis 1492 hatte in Granada ja das letzte muslimische Kleinkönigreich bestanden, das in diesem Jahr aber wieder von den Christen zurückerobert (Reconquista) wurde und in den kommenden Jahren zahlreiche Pogrome an der dortigen muslimischen und v. a. jüdischen Bevölkerung nach sich  zog.

Beim Frühstück am ersten Morgen in meinem Hotel lernte ich ein paar nette Leute aus Australien, Kanada und Südkorea kennen, mit denen ich zusammen nach Akchour aufbrach, wo wir mit einem Guide bis zur Gottesbrücke (Pont de Dieu) und ein paar Wasserfällen wanderten. Die Landschaft war einfach herrlich grün und wirkte sehr entspannend, wenn auch der Wanderweg zunächst alles andere als entspannend war. Wir mussten teilweise knietief durchs Wasser waten und uns an Felsvorsprüngen entlanghangeln. Aber die Anstrengung lohnte sich: Die Gottesbrücke, eine natürlich entstandene Brücke aus rotem Gestein, mit einer angeblichen Höhe von etwa 100m war sehr beeindruckend und wurde durch das türkisblaue Wasser darunter und die grünen Berge drumherum noch so richtig schön in Szene gesetzt. Wir aßen dann lecker Tagine mitten in einem kleinen provisorischen Restaurant unter den Bäumen und brachen zu den Wasserfällen auf. Auch dort war es nahezu paradiesisch: türkises Wasser, das Rauschen der Wasserfälle, Grün überall … Den Abend ließen wir in einem der zahlreichen Restaurants auf dem großen Platz Chefchaouens, dem Plaza Uta el-Hammam, an dem auch die herrliche rotbraune Kasbah liegt, ausklingen.

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  1. Pingback: Sancti Spíritus – die blaue Stadt der Guayabera-Hemden – Andarina vom Dienst

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