Mein Interview mit Kamal El Kacimi, Filmproduzent und Geschäftsführer der deutsch-marokkanischen Produktionsfirma „Rif Film“, am 2. März 2012, Marrakesch

„Für uns ist unsere Firma wie eine Brücke zwischen Deutschland und Marokko. […]  aber danach ist sie auch eine Brücke zwischen Deutschland und den arabischen Ländern […].“

„Ja, aber es macht Spaß, wenn man in Marokko arbeitet! […] Ich verbinde meine Arbeit mit Sozialarbeit. Für mich ist es wichtig, wenn ich in einem Dorf bin, dass ich die armen Leute bezahle. Ich baue von meinem Geld immer einen kleinen Brunnen für die Leute oder wenn die Schule kaputt ist, baue ich ihnen eine neue Schule. „

2003 haben Sie, Kamal El Kacimi, und Daniel Gräbner die Filmproduktionsfirma „Rif Film“ gegründet. Erzählen Sie uns die Gründungsgeschichte dieses deutsch-marokkanischen Unternehmens!

Die Geschichte ist sehr einfach. Ich habe in Marokko studiert. Danach wollte ich noch Film studieren und bin aus diesem Grund nach Deutschland gegangen. Ich erhielt Zugang zu einer Hochschule, aber keiner Filmhochschule, sondern der Fachhochschule für Fotoingenieure. Als ich da war, dachte ich, dass es sich um eine Kunsthochschule handelt, aber es war eine Ingenieurshochschule. Ich sagte „Verdammt, das kann doch nicht wahr sein!“.

In welcher Stadt war das?

Das war in Köln-Deutz. So habe ich mir gesagt, wenn ich schon einmal in Deutschland bin, mache ich nun also das Fotoingenieursstudium und schaue danach weiter. Dieses Studium war letztendlich sehr wichtig für mich. Danach habe ich angefangen als Kameramann zu arbeiten. Und ich habe des Weiteren an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert. Schließlich habe ich dort sogar unterrichtet und war Professor für professionelle Videokunst. Wir haben Spielfilme produziert, die wir dann auch veröffentlicht haben. Und ich habe bei den beiden deutschen Musiksendern VIVA 1 und VIVA 2 gearbeitet und Videoclips gedreht.

Als ich als Kameramann gearbeitet habe, war ich einer der ersten bzw. war ich der einzige Kameramann in Deutschland, der Arabisch sprach. Das heißt, alle Produktionsfirmen und Sender wie ZDF und ARD haben mich angerufen, wenn sie  jemanden zum Filmdreh nach Ägypten oder in den Irak schicken wollten, denn ich spreche Arabisch und kann mit den Leuten vor Ort kommunizieren. Ich war nicht nur als Kameramann tätig, sondern letztendlich wegen meiner Sprachkenntnisse für die gesamte Produktion.

Ich habe einen Film in Ägypten gedreht und als ich im Flugzeug zurück saß, sagte der Regisseur, ein alter Hase in der Filmbranche, zu mir „Warum machst du mit deinen Sprachkenntnissen nicht eine Filmproduktionsfirma auf, die sich auf die Beziehung zwischen Deutschland und arabischen Ländern spezialisiert?“ Da kam mir im Flugzeug diese Idee. Und ich bin aus dem Flugzeug ausgestiegen und habe diese Firma gegründet. Sie hieß vorher „A Atlas“ und noch nicht „Rif Film“. Danach gab, es als ich an der Kunsthochschule für Medien in Köln arbeitete, einen Studenten, Daniel Gräbner, der seine Diplomarbeit zum Thema „Haschisch in Marokko“ anfertigen wollte. Aber er hatte Angst nach Marokko zu gehen und den Film dafür zu drehen. Er fragte mich „Kamal?“ – das war mein erster Auftrag mit meiner alten Firma – und ich sagte „Okay, wir können den Film machen.“ Wir haben mit dem Direktor der Kunsthochschule gesprochen, aber er sagte „Nein, das ist gefährlich, das ist nicht möglich. Es gibt die Mafia in Marokko.“ Aber ich habe geantwortet: „Ich kann das machen.“

 

Das war ein Dokumentarfilm …

… über den Haschisch in Marokko. Ich habe einen Vertrag mit der Hochschule abgeschlossen, meine Produktionsfirma in Gang gesetzt und habe angefangen den Film zu drehen. Als wir darüber nachgedacht haben, wie wir den Film angehen sollen, wollten wir an Geld gelangen, um den Film in die deutschen Kinos zu bringen. Ich habe bei Kosslick (Dieter Kosslick, Anm. d. Red.) wegen Geld angefragt, der zu der Zeit Direktor der Filmstiftung Nordrhein-Westphalen war. Gerade ist der Leiter der Berlinale. Aber er wollte uns kein Geld geben. So bin ich nach Marrakesch zurückgekehrt und habe den Film auf einen 35-mm-Film  transferiert, um ihn zu veröffentlichen. Wir haben den Film ins Kino gebracht, wo er gut gelaufen ist. Er hat viele Preise gewonnen. Ich habe eine Kopie an Kosslick geschickt und daraufhin hat er mir das Geld gegeben, um andere Kopien zu machen und das hat mir geholfen.

 

Und wo hat der Film Preise gewonnen?

In Deutschland, in London, in den Niederlanden, in Japan und in Südamerika, denn es gibt viele Leute, die Shit rauchen. Wirklich, das ist wichtig! Das war also meine erste Erfahrung und so war Daniel Gräbner der Regisseur des Films. Er sagte, dass wir doch zusammen etwas gründen könnten und so haben wir die Produktionsfirma „Rif Film“ eröffnet.

 

Ihre Firma „Rif Film“ unterteilt sich in „Rif Film Service“ und „Rif Film Distribution“.

Nein, nicht nur das, denn wir machen Produktion, Service und Verleih/Distribution.


Können Sie uns die Dienstleistungen erläutern, die Sie anbieten? Wer ist Ihre Zielgruppe?

Sprechen wir ein bisschen über die Produktion. Für uns ist unsere Firma wie eine Brücke zwischen Deutschland und Marokko. Wir haben so angefangen, aber danach ist sie auch eine Brücke zwischen Deutschland und den arabischen Ländern, denn wir haben uns mittlerweile Stück für Stück auf weitere arabische Länder spezialisiert. Das heißt, es gibt Schriftsteller, Maler und Journalisten, die mich um Rat fragen, weil ich Kontakte in allen arabischen Ländern habe. Aber das wichtigste für mich ist Marokko, mein Heimatland, und meine Produktionsfirma.

 

Sind Sie nur in Nordafrika aktiv oder auch in anderen arabischen Ländern?

Nein, ich habe auch schon im Libanon gearbeitet, in Palestina, Irak, Kuwait, Dubai, alles alles alles. Dort ist es wie bei mir zu Hause. Wenn ich nicht vor Ort meine Dienstleistung erbringe, gebe ich Informationen, „Du kannst diesen oder jenen Herren kontaktieren.“ Aber seit zwei Jahren bin ich jetzt wirklich auf Marokko spezialisiert, um Projekte ins Land zu bringen.

 

Und die Dienstleistungen im Verleih…?

Wir kehren noch einmal an den Anfang zurück. Der Film „Haschisch“ ist gut im Kino gelaufen, aber ich hatte keinen Verleiher gefunden. Ich habe daher ein kleines Buch mit dem Titel „Wie verleihe ich meinen Film?“ gekauft, bin das Wochenende in meinem Zimmer geblieben, um es zu lesen, und habe am Montag meine Verleihfirma gegründet und meinen Film weltweit mit dem wenigen Geld, das ich hatte, verliehen. Und das hat gut funktioniert. Danach haben mich deutsche Freunde aus Berlin, Babelsberg, München und von den Filmschulen angerufen: „Kannst du meinen Film verleihen?“. Ich antwortete: „Ja, wenn ich den Film mag, werde ich ihn verleihen.“ Denn ich kenne die Filmbranche in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz, ich spreche Deutsch und ich habe gute Kontakte mit diesen Ländern. Und danach hat mich auch Fatih Akin angerufen: „Kamal, kannst du meinen Film verleihen?“. Ich habe geantwortet: „Ich bin nicht Warner Brothers, ich bin nur ein armer Marokkaner.“ Er sagte: „Nein, nein, nein, das mit dem Film kannst du sehr gut, denn du hast ein gutes Netzwerk.“ Ich habe seinen Film „Takva – Gottesfurcht“ herausgebracht, ein türkischer Film, der vor vier Jahren für den Oscar des besten fremdsprachigen Films nominiert worden war. Nun verleihen wir viele Filme. Wir werden zum Beispiel einen neuen Film, der „24 h Marrakech“ heißt, herausbringen, den wir hier in Marrakesch gedreht haben. Ein anderer Dokumentarfilm, den wir in Essaouira gedreht haben, nennt sich „Hotel Hendrix“, und er wird bald von unserer Verleihfirma veröffentlicht, inscha’allah. Zunächst werden wir ihn in allen deutschsprachigen Ländern, das heißt, Deutschland, Österreich und Schweiz, herausbringen und danach, wenn wir einen Interessenten finden, im restlichen Europa. Aber wir haben auch unsere Kontakte in Asien für Japan und in Südamerika.

 

Wie sind die Aktivitäten Ihrer Firma zwischen dem Sitz in Köln und dem in Marrakesch in Marrakesch aufgeteilt?

Der Sitz in Köln kümmert sich nur um die Verträge, den Verleih, die Kontakte und die Steuern. In Köln befindet sich also nur das Informationszentrum. Ansonsten bin ich immer vor Ort mit den Kontakten, ich bin immer bei den Dreharbeiten dabei. Als ich letzte Woche in Berlin war, hatte ich keine Zeit im Büro in Köln vorbeizufahren. Denn ich musste gleich weiter nach Wien und von Wien bin ich wieder nach Marokko geflogen, denn es waren ein paar Freunde da, die gekommen waren, um dort einen großen Film, eine Serie, zu drehen, die sich „Traumhotel“ nennt. Wir haben eine Tour durch Fünf-Sterne-Hotels gemacht und am Ende haben sie sich dafür entschieden die Serie in Marokko zu drehen. Und heute habe ich mit Mercedes Benz telefoniert, die ihre Werbung für den neuen „Katkat“ hier in Marokko drehen wollen, insha’allah.

 

Wie viele Mitarbeiter gibt es neben Ihnen und Daniel Gräbner?

Wir haben drei feste Mitarbeiter in Marrakesch. Ansonsten arbeiten wir viel mit Freelancern. Wenn wir drehen, besteht unser Team aus 120 Leuten, davon etwa 80 Deutsche, die ich für die Dreharbeiten nach Marokko kommen lasse.

Welche Produktionsbedingungen findet man in Marokko vor? Was sind die Vorteile und worin bestehen die Herausforderungen, wenn man einen Film in Marokko dreht?

Das ist eine wichtige Frage und dies ist der Grund, warum ich nun viel in Marokko bleibe. Marokko entwickelt sich im Bereich der Produktion. Die Erleichterungen, die wir hier vorfinden, sind unglaublich! Zum Beispiel werden alle Filme, die in Afghanistan oder im Irak spielen, und die dort leider gerade wegen des Krieges nicht gedreht werden können, in Marokko realisiert. Das heißt, ich baue hier Afghanistan nach, ich baue Bagdad, ich baue Kairo, Letzteres allerdings ohne Pyramiden. Ich kann hier auch Mogadischu nachbauen, ich kann alle Länder darstellen.

Vor kurzem haben wir einen Film gedreht, der „Fräulein Stinnes“ heißt. Sie war die erste deutsche Frau, die 1917 bis 1927 eine Weltreise mit einem Auto unternommen hat. Dafür haben wir hier 14 Länder gedreht, Mongolei, China etc. Das ist für uns hier kein Problem, das ist ein Kinderspiel! Es gibt Marokkaner, die Chinesen ähnlich sehen und wir haben zudem gute Statisten. Wir haben Leute, die die Kostüme entwerfen – das ist unglaublich und es ist auch günstiger in Marokko. Auch die Hotels für die Filmcrew sind günstiger in Marokko. Royal Air Maroc hilft uns, Médi1 gibt uns Ermäßigungen. Man ist von der 20%-igen Mehrwertsteuer befreit.  Wenn wir Panzer oder Hubschrauber des Militärs benötigen, gibt es einen der Generäle der Königlichen Armee, der auf Filme spezialisiert ist. Das heißt, man gibt ihm das Drehbuch und er gibt einem Panzer, Kalaschnikows etc. Das kostet überhaupt nichts. Deshalb bin ich gerade dabei, einen deutschen Film zu drehen, der sich „Auslandseinsatz“ nennt und der die Geschichte der Bundeswehr in Afghanistan behandelt. Wir haben selbst zwei „Dingos“ gebaut (ATF Dingo, Allschutz-Transport-Fahrzeug, Anm. d. Red.). Das ist eines der deutschen Militärfahrzeuge ähnlich dem „Hummer“ (US-amerikanischer Geländewagen, Anm. d. Red.), das nur die deutsche Armee besitzt. Wir hatten Probleme, denn ich hatte sie bereits für 5 Mio. € bestellt, aber wir konnten sie nicht von Deutschland nach Marokko transportieren. Daher habe ich zwei funktionierende „Dingos“ nachgebaut und so konnten wir in Marokko drehen. Und nun gibt es eine andere Produktionsfirma, die nach Marokko kommen wird, um einen Film über Afghanistan zu drehen und die einen meiner „Dingos“ ausleihen will.

Es gab außerdem das Beispiel des Films „Sex and the City“, der in Dubai gedreht werden sollte. Aber die Leute dort wollten dem Film trotz ihrer Modernität keine Drehgenehmigung erteilen, weil das Wort „Sex“ im Filmtitel vorkommt. Sie haben dann in Marrakesch gedreht, wo dies kein Problem darstellte. Wenn die Touristen nun nach Marokko kommen, sagen sie „Ah, ich werde an diesen und jenen Drehort gehen, denn dort wurden die „Sex and the City“-Filme gedreht.“ Das ist kostenlose Werbung für das Land. Und seit diesem Film haben es die Politiker verstanden und helfen uns. Man kann hier überall drehen, das ist unglaublich!

Außerdem stellt die Natur in Marokko einen Vorteil dar. Du hast den Norden, der grün ist und ein bisschen an Europa erinnert. Du hast Casablanca, die Großstadt, und du hast Rabat und Salé, wo viele Schwarze wohnen und wo du demnach Filme drehen kannst, die zum Beispiel in Mogadischu spielen. Du hast das Meer in Essaouira, der Hippiestätte und Kommune, wo Orson Welles seinen Film „Othello“ gedreht hat. Es gibt Wüste, es gibt Ouarzazate. Wir haben noch ein paar Probleme mit der Logistik im Süden Marokkos. Es gibt nicht viele Flugverbindungen dorthin, aber wir reden jetzt mit den Politikern, damit sie eine Lösung finden, damit die Logistik besser funktioniert und wir schneller dorthin gelangen können.

Profitieren Sie bei Ihren Filmprojekten von Subventionen des CCM?

Als ich „24 h Marrakch“ gedreht habe, erhielt ich eine Beihilfe des CCM für den Film. Das ist sehr nett, das ist unglaublich! Es ist ein kleines Budget, aber trotzdem ist es gut! Das hilft viel für Projekte. Das CCM hat nicht nur diesen Fonds, sondern kümmert sich auch um die Autorisierung von Dreharbeiten. Das CCM unterstützt und hilft uns viel. Für den letzten Film „Auslandseinsatz“ zum Beispiel mussten wir Sprengstoff, sowie deutsche und amerikanische Waffen aus Deutschland importieren. Wir haben Waffen in London ausgeliehen, die dann Berlin passiert haben, um hierher zu kommen. Aber wir hatten Probleme mit den Europäern, denn wir mussten zwei Monate mit ihnen diskutieren, um die Waffen nach Marokko zu transportieren. Mit den Marokkanern hatten wir keine Probleme. In Marokko haben sie es gut organisiert. Dort waren es das CCM und noch mehr die Königliche Armee, die sich darum gekümmert haben. Sie sind sehr professionell, das ist unglaublich!

 

Und das einzige Problem besteht in der Logistik?

Ja, da ist die Frage der Flughäfen, denn es gibt nicht viele Flugzeuge, die in die Regionen Südmarokkos fliegen, in denen man sagenhafte Hochebenen als Drehstätten vorfindet. Vor allem Errachidia und Ouarzazate werden nur von der Royal Air Maroc angeflogen. Und man braucht viel Zeit, um dort mit dem Auto hinzufahren. Aber das wird sich ändern. Wir arbeiten daran.

 

Wie spüren Sie die geeigneten Drehorte in Marokko auf?

Ich bin immer fünf Tage die Woche auf Reisen in Marokko. Daher kann ich ein Drehbuch lesen und genau wissen, wo man eine bestimmte Szene drehen kann.

 

Gibt es keine Location Scouts?

Doch, die gibt es. Und es gibt auch Techniker aus Marokko, die unglaublich sind, was Make-Up und Kostüm betrifft. Sie haben viele große Filme wie „Alexander“ und „Gladiator“ begleitet. Vorher gab es keine Filmschule, aber die Leute haben ihr Metier mit der Zeit durch die Praxis erlernt. Nun gibt es Filmschulen und ich bin sehr erfreut, dass sie eine in meiner Heimatstadt Marrakesch eingerichtet haben. Wenn ich drehe, versuche ich immer viele Studenten dabeizuhaben, die ein Praktikum bei mir absolvieren.

 

Welches sind Ihre nächsten Filmprojekte?

Wir arbeiten gerade an einem deutschen Projekt „Eine Hand voll Sterne“, für das ich bereits  den Regisseur in Köln getroffen habe. Es handelt sich um ein Buch eines syrischen Schriftstellers.

 

Handelt es sich um Rafik Schami?

Ja. Das machen wir wahrscheinlich in Marokko, weil wir leider gerade nicht in Syrien drehen können. Ich habe mit Rafik Schami vor einer Stunde telefoniert und die kommen vielleicht in ein paar Wochen nach Marokko. Der Regisseur will auf einer Locationtour noch nach Inspiration suchen.

 

Wo in Syrien soll der Film spielen?

Nur in der Altstadt von Damaskus. Ich baue die Altstadt hier nach. Ansonsten mache ich hier jetzt gerade einen Werbespot für Mercedes für das neue Auto. Was kommt noch? „Traumhotel“, das ist im August wahrscheinlich. Und dann gibt es zwei Ami-Filme. Nächste Woche gibt es einen Kurzfilm aus der Schweiz mit irgendwelchen Kamelen, wie immer.

 

Der Stereotyp …

Ja!

 

Klingt jedenfalls nach viel Arbeit!

Ja, aber es macht Spaß, wenn man in Marokko arbeitet! Und das Schöne dabei: Es ist meine Arbeit. Ich verbinde meine Arbeit mit Sozialarbeit. Für mich ist es wichtig, wenn ich in einem Dorf bin, dass ich die armen Leute bezahle. Ich baue von meinem Geld immer einen kleinen Brunnen für die Leute oder wenn die Schule kaputt ist, baue ich ihnen eine neue Schule. Ich habe diese Menschen um mich herum und das tut mir gut. Ich mache keine Politik – mein Vater hat viel Politik gemacht – bzw. ich mache Politik auf meine Art, indem ich Projekte ins Land bringe und aktive Hilfe für die Leute leiste. Dann bin ich glücklich. Vielleicht gehe ich Pleite damit, aber es macht mir Spaß mit den Leuten. Und ich liebe es Filme in Dörfern und armen Vierteln zu drehen – meine Lieblingsbeschäftigung, das liebe ich total! Ich kann die Leute bezahlen und sie werden ganz glücklich. Denn ich weiß von dem Geld werden die ein ganzes Jahr lang leben. Das macht Spaß!

 

Das ist ein sehr schönes Schlusswort! Vielen Dank für das Interview!


 

Eine gekürzte und modifzierte Version des Interviews erscheint Ende April/Anfang Mai 2012 in der Zeitschrift “Bilatéral” der Deutschen Auslandshandelskammer Marokko.

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