Bretagne-Déjà-vu in Rabat und Salé

Letztes Wochenende wollte ich endlich einmal die marokkanische Hauptstadt Rabat unter die Lupe nehmen, zumal diese gerade einmal eine Stunde im Zug von Casa entfernt liegt. Gesagt, getan! Der erste Eindruck war höchst positiv, da sich Rabat als um einiges ruhiger, sauberer und schöner als Casa zeigte. Ich lief die arkadengesäumte Hauptstraße „Mohammed V“, die sehr an die die Arkaden in Bologna erinnert, entlang und blieb natürlich, bevor ich am Meer ankam, in der Medina an einem Marktstand hängen, in dem original ZARA-Klamotten sehr günstig an die Frau gebracht wurden 😉 Am Meer angekommen bot sich ein sehr beeindruckender Rundumblick auf einen riesigen muslimischen Friedhof mit seinen bunten Grabsteinen und begrünten Graboberflächen. Ich ging weiter zur Kasbah des Oudaïas, einem von einer rötlichen Mauer eingefassten Wohnbezirk und betrat ihn durch ein riesiges Portal aus der Almohadenzeit (12./13. Jhd.). Ein weiteres Mal war ich so beeindruckt wie schon lange nicht mehr: Die Wände der kleinen Gassen des Wohnbezirks strahlten in einem so intensiven Weiß und Blau, dass ich die Hand einfach nicht vom Auslöser meines Fotoapparates lösen konnte. Ich genoss einen weiteren Panoramablick von einer Aussichtsplattform und machte mich dann auf den Weg zum wunderschönen Andalusischen Garten und dem dazugehörigen Schmuckmuseum samt quasselstrippigem Wärter.

Danach ging ich noch am Wadi Bou Regreg entlang und freute mich kurioserweise sehr über das an die Bretagne erinnernde Nieselwetter (zum besseren Vergleich könnt ihr in meine Blogbeiträge von März und April 2008 schauen). Immer nur Sonnenschein ist auf Dauer nämlich echt langweilig! Die Sightseeingtour schloss ich schließlich mit der Besichtigung des Hassanturms und des Mausoleums, in dem Vater (Hassan II) und Großvater (Mohammed V) des jetzigen Königs Mohammed VI ruhen, ab. Der Turm stellte das Minarett einer Moschee dar, die jedoch 1755 einem Erdbeben zum Opfer fiel und daher eben nur noch der Turm und ein paar Säulenreste drumherum übriggeblieben sind.

Sonntag besuchte ich dann die kleine Nachbarstadt von Rabat, Salé, am anderen Ufer des Bou Regreg. Salé heißt ja auf Französisch eigentlich „gesalzen“ oder „pikant“, aber der Name hier kommt von der römischen Bezeichnung „Sala Colonia“ und lautet auf Arabisch auch „Salā“. Leider regnete es an diesem Tag ununterbrochen (schon wieder Bretgane-Déjà-vu!), so dass ich es nicht allzu lange draußen aushielt, obwohl die Medina mit ihren schnuckeligen Gassen sehr schön war, wie ihr auch auf den Fotos sehen könnt. Ich flüchtete mich schließlich mit durchnässten Füßen in die neue Straßenbahn, die Salé mit Rabat verbindet. In Casa wird ja auch gerade eine gebaut und ich warte schon sehnsüchtig auf deren Inbetriebnahme, denn es reist sich doch sehr entspannt darin! Vor allem weiß man, wo sie lang fährt, im Gegensatz zu den Bussen und Grands Taxis, wo man nur die Endstationen kennt und die Zwischenstationen nervigerweise erfragen oder austesten muss.

Den Regentag beschloss ich dann mit einem leckeren Pfefferminztee im Café eines alternativen, architektonisch sehr interessanten Kino und zurück in Casa mit Couscousessen und Filmschauen bei Nathalie.

P.S.: Ab Donnerstag habe ich übrigens Besuch da und werde ab dem 25.12. bis 29.12. auf Reisen im Hohen Atlas rund um Ouarzazate sein. Daher wünsche ich euch allen schon einmal ein frohes Weihnachtsfest & joyeux noël! Hier der herrlicher Beitrag „Muezzin statt Marzipan“ zum Thema Weihnachten in Marokko und in der Elfenbeinküste:

http://wissen.dradio.de/weihnachten-weltweit-muezzin-statt-marzipan.38.de.html?dram:article_id=14113

2 Gedanken zu “Bretagne-Déjà-vu in Rabat und Salé

  1. Huhu Conny,
    am meisten beeindruckt mich ja das Grabsteinfoto, sehr, sehr schön!
    Wenn du dann irgendwann mal wieder in Deutschland bist, suchst du mir dein schönstes Foto dieses Marokkoaufenthaltes heraus – ich werde das dann rahmen und in unserer Wohnung aufhängen, die Wände sind noch so kahl! 🙂 Ich hoffe, mein Weihnachtsobolus ist bei dir eingetroffen? 😉
    Mach‘ weiter so!
    Liebe Grüße
    Franzi

  2. Liebe Conny 🙂

    Beim Lesen deines Blogs wird unser Fernweh immer größer, aber bald sind wir ja hoffentlich da. (Bald gibt es Details).

    Wir wünschen dir frohe Weihnachten, weiterhin ganz viele tolle neue Eindrücke (bitte auch mit Bildern im Blog dokumentieren 😉 ) und dann einen guten Rutsch ins Jahr 2012, in dem wir uns ja auch schon wieder sehen!

    Ganz liebe Grüße von Jonas und Madeleine

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