Casa kulturell und traditionell

Vergangenes Wochenende hieß es einmal nicht in die Ferne schweifen, sondern das Gute vor der eigenen Haustür entdecken, ergo ich blieb in Casa. Der Freitagabend fing schon einmal gut, nämlich musikalisch, mit einem kostenlosen Konzert im spanischen Cervantes-Institut an. Samstagmittag waren Nathalie und ich dann bei Nadia zu einem leckeren marokkanischen Brunch eingeladen und danach gab’s ein ordentliches Kulturprogramm: Nadia und ich besichtigten eine alternative Kunst- und Kultureinrichtung, „die alten Schlachthöfe“ (les anciens abattoirs), mit ganz viel Graffiti und Streetart an den Wänden und wo im Sommer auch immer ein Festival steigt. Danach ging’s in den so genannten „Technopark“ von Casa, ein Industriegebiet, wo 16 Uhr ein Konzert steigen sollte. Ja, ihr habt richtig gelesen, eine ungewöhnliche Zeit und letztendlich ging es dann auch erst nach 17 Uhr los. Für umgerechnet etwas weniger als 2,50 € wurden uns drei komplett unterschiedliche Konzerte geboten: Eine Trommelgruppe aus dem Senegal, arabischer Rock und zu guter Letzt traditionelle Gnawa-Musik. Schaut euch am besten die Videos an, dann bekommt ihr einen kleinen Eindruck von der kleinen, aber feinen alternativen Musikszene hier.

Die Konzerte waren echt super und da der Abend danach noch jung war, ging es weiter an die Corniche, DAS Weggehviertel Casas, ins Kino und wir schauten uns noch den marokkanischen Film „La Source des Femmes“ an – ein sehr empfehlenswerter Film, den ihr euch unbedingt anschauen solltet, falls er euch mal in Deutschland oder anderswo über den Weg läuft!

Sonntag entdeckte ich dann noch eine richtige Oase der Ruhe und Sauberkeit in Casa: das „Habous“-Viertel. Dieses ist während der Protektoratszeit in den 1930ern von den Franzosen erbaut worden und soll an eine traditionelle arabische Medina (Altstadt) erinnern. Mein Lonely-Planet-Reiseführer beschreibt das Viertel als eine Art arabisches Disneyland, aber ich find’s einfach nur schön dort! Man kann in Ruhe traditionelle Handwerkswaren wie Ledertaschen und –schuhe, Schmuck, Tücher, Teppiche, Geschirr, etc. einkaufen und herrlich in den kleinen Gassen herumstreunern. Hinter dem Viertel dann das komplette Gegenteil: ein immenser Souk vollgedrängt mit Menschenmassen. Hier bekommt man echt alles und das zu sehr günstigen Preisen!

Den Sonntagabend beging ich dann auf eine recht deutsche Art: Plätzchenbacken mit Jakob, was wir mit einigem Improvisierungsgeschick auch recht gut hinbekamen und wir so seit Montag die ganze AHK mit (weiteren) Zuckerbomben versorgen. Wir haben übrigens schon darüber philosophiert, ob die Deutschen vielleicht über ein eingebautes Weihnachtsgen verfügen 😉  Denn obwohl unser Umfeld alles andere als weihnachtlich ist, summt einer der Praktikanten ab und zu ein Weihnachtslied, überlegen wir uns, wie wir die Palme im Büro mit Weihnachtsbaumschmuck verschönern könnten und was wir zu Weihnachten verschenken sollen. In diesem Sinne: Habt noch eine schöne restliche Adventszeit!

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