Film ab und auf zum Internationalen Filmfestival (FIFM) in Marrakesch!

Vergangenes Wochenende war ich bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit in Marrakesch? Warum? Das FIFM, das internationale Filmfestival von Marrakesch stand vor der Tür und läuft gerade die ganze Woche lang. In der Jury sitzt u. a. der serbische Regisseur Emir Kusturica und DER Star überhaupt hier, der indische Schauspieler Shah Ruh Khan, ist ebenfalls die ganze Woche zu Besuch. Indische Filme erfreuen sich in Marokko nämlich neben ägyptischen und US-amerikanischen Filmen sehr großer Beliebtheit.

Ich fuhr also Freitagabend zusammen mit Kristin, einer Praktikantin am Goetheinstitut in Casa, nach Marrakesch und wir übernachteten in einem schnuckligen Hostel gleich um die Ecke des Jamaa El Fna. Kristin brach Samstagmorgen zu einem Trip in die Wüste auf und ich zum Palais des Congrès, um mich für die Festivaltickets anzustellen. Nach etwa 45 min. Schlangestehen war ich im Besitz, jetzt haltet euch fest, von einer kostenlosen (!) Akrreditierungskarte, mit der ich alle Filme, die im Palais gezeigt wurden, anschauen konnte J Anfangs fand ich es beim Anstehen komisch, dass es eine Männer- und eine Frauenschlange gab, war dann aber froh, denn es standen deutlich weniger Frauen als Männer für die Akkreditierung an und ich konnte, obwohl ich viel später als mancher männlicher Filmfreak gekommen war, viel früher an den Akkreditierungsschalter J Der ganze Einlassbereich und die Festivalarea war extrem überwacht; überall Polizei und an jeder Tür Security, zweifache Taschendurchwühlung und Abtastung wie am Flughafen. Nun ja, der letzte Bombenanschlag in Marrakesch liegt noch nicht allzu weit zurück…

Insgesamt habe ich mir fünf Filme angeschaut, alle ungewöhnlich und filmästhetisch höchst interessant (keine Sorge, ich werde hier keinen Film analysieren ;-)) und was mich am meisten überraschte: Die Filme fingen alle pünktlich wie Feuerwehr an! So was hatte ich ja selbst auf der Berlinale und beim Filmfestival in Bologna nicht erlebt!

Samstagabend traf ich mich erneut mit Couchsurferin Fati beim Open-Air-Kino auf dem Jamaa El Fna. Doch angesichts der unter die Klamotten kriechenden Kälte und der nicht gerade konzentrationsfördernden Geräuschkulisse aus Kutschengeklapper, Trommelwirbel und dröhnenden Motorrädern, zogen wir dann doch lieber ein Café dem Kino vor und ich gönnte mir mal wieder einen köstlichen Pfefferminztee. Sonntagmittag noch eine weitere Couchsurfingrunde: Ich traf mich mit drei Couchsurfern aus Stockholm mit ihrem marokkanischen Host zum Mittagessen. Abends fuhr ich dann mit dem Zug zurück nach Casa und gönnte mir zum ersten Mal in meinem Leben die 1. Klasse! Ist nämlich nicht wesentlich teurer als die 2. Klasse und man hat einen reservierten Sitzplatz. Im Taxi zurück nach Hause musste ich wieder einmal feststellen, was die Welt für ein Dorf ist: Im Taxi saß ein bei Rennes (da habe ich mein Erasmusjahr verbracht) lebender Marokkaner, der an der Uni Rennes, an der ich auch studiert hatte, Lehrbeauftragter in einem Fach gewesen war, dass auch ich dort belegt hatte (LEA = angewandte Fremdsprachen) – nur, dass er ein paar Jahre vor mir an der Uni gewesen war. A propos, die Welt ist ein Dorf: Meine AHK-Kollegin von der Marktberatung kommt wie ich aus Dresden und ein weiterer, marokkanischer Kollege der Marktberatung hat an der FH Jena studiert. Außerdem fange ich mittlerweile an, bekannte Leute auf der Straße in Casa zu treffen und das bei etwa 9 Mio. Einwohnern…

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