La Rochelle

Asche auf mein Haupt! Ich habe einiges an Bloggeschichten nachzuholen, was ich hiermit endlich einmal angehen möchte: Meine nächste Reise nach der Tour nach Brest führte mich am Osterwochenende mit Maria in den Westen Frankreichs, nach La Rochelle und die Ile de Ré etwa zwischen Nantes und Bordeaux gelegen. Wie es der Zufall wollte, hatte ich aufgrund meiner Reise nach Brest eine Übernachtungsmöglichkeit arrangieren können. Als Theresa und ich nämlich bei Gilles in Brest zu Abend aßen war auch eine Freundin vom ihm, Claire, zu Besuch. Sie erwähnte, dass sie aus La Rochelle kommt und bot mir doch prompt auf meine Nachfrage hin an, dass Maria und ich bei ihren Eltern übernachten könnten. Ich rief die Eltern ein paar Tage vorher an und die Sache war geritzt. Sie waren wirklich unglaublich nett: Holten uns Freitagabend vom Bahnhof ab und brachten uns Montag auf dem Rückweg auch wieder hin, wir wurden am ersten Abend bei ihnen zum Essen eingeladen, sie versorgten uns mit reichlich Infomaterial für die Stadt und wir hatten schließlich einen eigenen Schlafraum für uns. Und am nächsten Morgen stand schon das Frühstück bereit. Herrlich!

Den Vormittag verbrachten Maria und ich damit die Innenstadt von La Rochelle zu erkunden. Sehr typisch waren die weißen Kalksteinhäuser meistens mit Arkaden versehen, die der ganzen Stadt einen freundlichen und hellen Eindruck gaben, der sich so ganz von den dunklen Backsteinhäusern der Bretagne unterscheidet. Besonders gefiel uns der Bereich um den Hafen herum, wo gerade ein Töpfermarkt abgehalten wurde. Den obligatorischen Kaffee nahmen wir im Restaurant des Aquariums ein, von wo wir einen herrlichen Ausblick auf die ganze Stadt mit ihren zahlreichen Türmen hatten.


Claire hatte mir im Vorfeld die Handynummern einiger ihrer Freunde in La Rochelle gegeben, damit wir abends mit ihnen noch etwas unternehmen konnten. Ich kontaktierte einen gewissen Guillaume, der dann prompt im Aquariumsrestaurant vorbeikam und uns zum Mittagessen zu sich nach Hause einlud. Für unsere Abendgestaltung hatte er auch schon einen Vorschlag parat: Eine Verkleidungsparty mit dem Thema „Folie“ (Verrücktheit) irgendwo auf dem Land 20 km von La Rochelle entfernt. Okay, wir waren dabei! Guillaume war schon perfekt mit einer Teufelsmaske, einem Wikingerhelm und einem riesigen Umhang für die Party ausgestattet. Nur uns fehlte noch das verrückte Kostüm… Wir wollten jedoch auch nicht extra etwas kaufen und so hatte Guillaume die Idee doch einfach unsere Klamotten verkehrt herum anzuziehen. Genau das taten wir dann auch 😉

Abends fuhren wir also los, wirklich mitten in die totale Pampa hinein und stellten das Auto auf dem mit „Folie“ gekennzeichneten „Parkplatz“ ab. Zuerst sahen eine hell erleuchtete Jurte, ursprünglich ein mongolisches Nomadenzelt, in die wir eintraten und auf die ersten „Verrückten“ trafen: Eine Frau in viel zu kurzen Leggings, einer Bomber-Skijacke und Skischuhen an den Füßen sowie einen Tokio Hotel-Verschnitt mit schwarzen Strubelhaaren, weißen Leggings, Ringelsocken und Sandalen – einfach zum Schießen!

Die eigentliche Party mit ordentlich Musik und Buffet spielte sich im Haus irgendeines alternativen Vereins gegenüber der Jurte ab. Die Kostümierungen waren unglaublich kreativ! Maria und ich saßen da und es kam uns alles wie in einem Traum vor. Noch am Morgen hätten wir uns nie erdenken können, am Abend auf einer durchgeknallten Kostümparty zu sitzen, auf die uns ein Typ mitgenommen hatte, den wir gerade erst am Nachmittag kennen gelernt hatten. Mais c’est la vie!


Am frühen Partymorgen wusste wahrscheinlich so ziemlich jeder Gast, dass Maria und ich Ausländerinnen sind, denn ich weiß nicht wie oft ich in dieser Nacht erklären musste, woher ich komme, was ich in Frankreich mache und warum um alles in der Welt ich hier auf dieser Kostümparty irgendwo in der Pampa bei La Rochelle bin, wo ich doch eigentlich in Rennes wohne. Besonders witzig ist es immer, wenn mir irgendjemand dann erzählt: „Ah, also ich kenne auch eine Deutsche. Laura, ist ein sehr nettes Mädel.“ – Ich: „Ähm, aha. Also ich kenne die jetzt nicht …“ Und Maria war noch um einiges „exotischer“ mit ihrer finnischen Herkunft. Als Partyhighlight gab’s sogar noch einen Männerstrip, der allerdings alles andere als professionell war 😉

Irgendwann am frühen Morgen lieferte uns Guillaume dann wieder an unserem Quartier ab, wo wir vollkommen erschöpft in die Federn fielen.

Für den nächsten Tag hatten wir uns ursprünglich vorgenommen, die nahe Ile de Ré mit dem Fahrrad zu erkunden. Doch wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt: Pustekuchen! Aufgrund unserer Unausgeschlafenheit setzten wir uns stattdessen in den Bus und ließen uns über die ganze Insel bis zur bekanntesten Sehenswürdigkeit, dem Phare des Baleines (Leuchtturm der Wale), kutschen, besichtigten diesen und stiegen zurück in den Bus. So richtig schön touristisch halt 😉 Aber so hatten wir vom Busfenster aus wenigstens einen schönen Ausblick auf die Insel und ihre kleinen Touristenorte.


An unserem mittlerweile schon letzten Tag in La Rochelle bestiegen wir noch den Tour de la Lanterne (Laternenturm), spazierten ein bisschen am Meer entlang und genossen einen Kaffee in der Mittagssonne. Und dann war Ostern auch schon wieder passé.



4 Gedanken zu “La Rochelle

  1. Huii…mal größere Fotos…feine Sache 😉
    Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, wo du dich als Nächstes in Frankreich aufhältst- Ende September kennste dann jeden Zipfel da, wa? Besser als die Einheimischen 😀 Und sag mal, sind denn alle Franzosen so nett oder hattest du bisher immer mit den „Richtigen“ zutun? 😉 Gerade bei den Übernachtungsstätten: die holen dich ab, fahren dich wieder zum Bahnhof, gehen mit dir Essen oder feiern spontan ne Party 😉
    Und haste schon was von Arte aus Paris gehört wegen September?

    Ganz liebe Grüße aus dem verregneten Deutschland 😦

  2. Ma chère soeur,
    Muttis und mein Besuch finden KEINERLEI Niederschlag auf deinem Blog – ich bin zutiefst enttäuscht, schnief. 😉
    Oder wartest du, bis du alle Fotos hast?
    Glückauf & bisous.

  3. Nun mal ruhig Blut mit den jungen Pferden! Der Bericht kommt natürlich noch! Aber ich bin eben im Moment ziemlich mit meinen Klausuren und meinen anderen Besuchern beschäftigt.

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