6. Station: Beaune

Noch am 28. Februar erreichte ich abends Beaune. Jean-Philippe, mein erster Gastgeber von Couchsurfing (vom Prinzip her das gleiche wie Hospitality Club) holte mich vom Bahnhof ab, gab mir eine abendliche Stadtführung und lud mich zum Essen in ein typisches burgundisches Restaurant ein. So kam es, dass ich zum ersten Mal Schnecken aß! Wenn man einfach nicht dran denkt, dass es sich eigentlich gerade um dieses kleine schleimige Wesen handelt, dass man da gerade verspeist, ist es sehr lecker! Hat eine flubschige Konsistenz wie Kalamaris und im Prinzip macht nur die Soße den eigentlichen Geschmack aus. Hier seht ihr das (grässliche) Beweisfoto:

beaune1.jpg
Am nächsten Tag begab ich mich an den Ort, für den Beaune die meistbesuchte Stadt in der Bourgogne ist: Das Hôtel Dieu mit seinem bunten, glasierten Ziegeldach, was hier typisch für die Region ist. Ich fand es sehr schön und bin mittlerweile echt ein Fan dieser Dächer mit den geometrischen Mustern geworden. Im Innern desH ôtel Dieu sah es in etwa genauso wie in dem Bellevilles aus, nur dass der Krankenraum hier größer und mit buntbemalten Holzbalken an der Decke verziert war. Im Hof des Hôtel Dieu ist übrigens sogar einmal ein Film mit Louis de Funes (La Grande Vadrouille) gedreht worden!

beaune2.jpg   beaune3.jpg   beaune4.jpg  beaune10.jpg   beaune5.jpg

beaune6.jpg   beaune7.jpg   beaune8.jpg   beaune9.jpg

Nachmittags hatte mir Jean-Philippe empfohlen doch an einer Weinverkostung in einem der zahlreichen Keller (caves) teilzunehmen. Nun gut, ich wurde mit einer silbernen Verkostungsschale (oder wie auch immer sich das nennt) ausgestattet und stieg in den Keller hinab. Ich wurde von einem schlips- und anzugtragenden Weinexperten empfangen, der mir die Weinsorten, die -regionen und ein bisschen etwas über die verschiedenen Jahrgänge erzählte, wobei ich nicht wirklich viel verstand. Erstens, die ganzen Fachbegriffe auf Französisch und zweitens, wenn es jemanden gibt, der von Wein einfach mal gar keine Ahnung hat, dann bin ich es. Ich ließ natürlich trotzdem in regelmäßiges Abständen ein „Oui, oui.“ und „Ah, intéressant.“ vernehmen. Danach ging es mit der Verkostung weiter – ich hatte eine Liste von 15 Weinen vor mir. Die Kenner suchen sich offensichtlich im Vorhinein aus, was sie verkosten wollen. Ich fing einfach mit den ersten Weinen an. Monsieur Expert meinte, ich solle auf jeden Fall die jüngeren Jahrgänge meiden (von 2006 z. B. – warum auch immer, wahrscheinlich des Aromas wegen) und müsse auch nicht alles trinken, sondern könne die Probe wieder ausspucken, um zu vermeiden, dass die Sache zu schnell in den Kopf geht. Zum Glück ließ er mich für den Rest der Verkostungsstrecke allein. Ich glaube, er hielt mich mittlerweile schon für total bescheuert, weil ich mich so amateurhaft anstellte. Der Rundgang endete schließlich in einer ehemaligen Kirche, wo mich der Experte kurz vorm Ausgang abfing. „Und, wie fanden Sie denn den dritten Rotwein, den sie im Keller gekostet haben?“ – „Ääähm, an den erinnere ich mich gerade nicht… . “ Und dann ließ ich auch noch durchblicken, dass ich eventuel noch ein Geschenk suchte, woraufhin er mich in den Weinladen bugsierte. „Dieser hier ist wirklich günstig für seine Sorte, 30 € die Flasche. Naja, die anderen gibt es dann ab 60, 70 €. “ Schluck, schluck. „Ähm, ich glaube das übersteigt dann doch mein Budget. Ich werde mich mal nach was anderem umschauen…. .“ Gott, das war echt hochgradig peinlich!!! Ich war echt froh, als ich den Weinkeller verlassen konnte. Und wie kommt Monsieur Expert eigentlich darauf, dass sich eine Studentin eine Weinflasche zu 30 € leisten kann, auch wenn das noch so günstig für diese Sorte ist …?

beaune12.jpg   beaune13.jpg   beaune15.jpg   beaune11.jpg   beaune14.jpg
Nun ja, ich musste erst einmal frische Luft schnappen und begab mich außerhalb der Stadtmauern von Beaune in die herrlichen Weinberge, um ein bisschen umherzuspazieren.

beaune16.jpg   beaune17.jpg   beaune18.jpg   beaune19.jpg   beaune20.jpg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s