2. Station: Villefranche-sur-Saone

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Den 24. und 25. Februar (Sonntag und Montag) verbrachte ich die Nacht in Villefranche-sur-Saone, etwa eine halbe Stunde im Bus nördlich von Lyon gelegen, bei Jacques und Hélène. An beiden Abenden wurde ich köstlich bekocht und mit Wein versorgt – kein Wunder, denn ich war nun in der wichtigsten Stadt der Weinregion Beaujolais zu Gast. Am Montag vormittag machte Jacques mit mir eine Autorundfahrt im Beaujolais mit seinen weinbepflanzten Hügeln und Serpentinenstraßen. Wir statteten einem Freund von ihm, dem „Ami du Pain“ (Freund des Brots) einen Besuch ab, der selber Brot in einem ehemaligen Bauernhof herstellte und dafür eigenhändig einen riesigen Ziegelofen im Haus installiert hatte. Wir konnten ihn bei seiner routinierten Arbeit beobachten, die er in der über und über mit Mehl bestäubten Backstube barfuß  verrichtete. An diesem Tag stand Algenbrot auf dem Programm. Wie ein Bergmann hatte er sich eine kleine Kopfleuchte umgebunden, um stets das ganze Innere des Ofens sehen zu können. Nebenan im Raum mischten er und zwei andere Männer (einer ein amerikanischer Bäcker, der in Frankreich wohl seine Backtechnik erweitern wollte) die verschiedenen Teigsorten an und ließen den Teig dann ruhen, damit er „arbeiten“ konnte. Das war echt ein interessantes Erlebnis – hat man nicht alle Tage!
Weiter ging die Tour nach Oingt, eine winzige, fast menschenleere Stadt, deren Name furchtbar schwierig auszusprechen ist („Oä“ oder so ähnlich). Da sie auf einem Hügel lag, hatten wir eine herrliche Sicht in die Umgebung und die goldgelben Häuser (man spricht von „Pierre dorée“ – goldener Stein) bildeten einen schönen Kontrast zum strahlendblauen Himmel.

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Zurück in Villefranche nahm ich mir die Innenstadt vor, aber außer der langen, hügeligen Einkaufsstraße, der Rue Nationale (Nationalstraße) und der Notre Dame-Kirche gab es nichts großartig interessantes zu entdecken.

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Allerdings machte ich hier zum ersten Mal Bekanntschaft mit einem in der Gegend verbreiteten Brauch, der „Fete des Conscrits“ (Fest der Einberufenen). Sie wird jedes Jahr Ende Februar gefeiert und geht darauf zurück, dass zwei zum Militär Einberufene sich in Schwarz kleideten, einen schwarzen Hut aufsetzten und in diesem Aufzug durch die Straßen marschierten. Diesen Brauch hat dann schließlich die ganze Stadt aufgegriffen und so feiern an diesem Tag immer alle, die das selbe Alter haben, zusammen. Es ist also eine Gruppe der 20-Jährigen, 30-Jährigen, etc. unterwegs. Naja, und dabei wird natürlich auch mächtig gebechert…

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