(Mal wieder) Paris

Letzte Woche Donnerstag ging’s mal wieder auf in die frazösische Hauptstadt. Der Grund? Ein Vorstellungsgespräch für ein Praktikum, das ich hier nach meinen zwei Unisemestern machen möchte. Leider blieb es nicht nur bei einem Vorstellungsgespräch, sondern es wurden gleich zwei draus, da der Manager, mit dem ich dann zusammenarbeiten würde, Donnerstag nicht da war. Also Freitag früh der nächste Termin. Bisher allerdings habe ich noch keine Rückantwort erhalten und ich wage es auch nicht irgendeine Prognose abzugeben. Also, abwarten und Tee trinken – wie man ja so schön sagt.

Nachdem ich die Vorstellungsgespräche dann hinter mich gebracht hatte, konnte ich mich wieder den kulturellen Entdeckungen widmen. Das hieß Donnerstag zunächst noch das Europäische Haus der Fotografie und das Shoa Memorial, eine Gedenkstätte für die von den Nazis verfolgten französischen Juden.

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Am Freitag  schließlich eine Tour nach Versailles. Erste Station natürlich das Schloss. Ich hatte vorher mit Freia, die ein Erasmusjahr in Paris macht, Kontakt aufgenommen und sollte nun in Versailles eine Freundin von ihr, Tania, treffen, die gerade Freia besuchte. Da Freia den ganzen Tag arbeiten musste, hatte ich mich gerne zur Verfügung gestellt, um mit Tania Versailles zu besichtigen. Zum Glück fanden wir uns ziemlich schnell in der langen, langen Warteschlange, in der sich Tania schon angestellt hatte. Nachdem wir den Preisschock von 16 € (und das ist nur die Nebensaison!) überwunden hatten und uns mit einem deutschen  Audioguide ausgestattet hatten (ich war von dem Herrn, der die Audioguides austeilte, gefragt worden, ob ich Japanerin sei – HÄ???), konnte die Besichtigungstour los gehen. Wie alle anderen wälzten wir uns in der Touristenmasse durch sämtliche Gemächer Ludwig XIV um schließlich im beeindruckenden Spiegelsaal anzukommen. In einem der Gemächer auf dem Weg dahin traf ich überraschenderweise sogar auf Porzellangeschirr aus dem Dresdner Grünen Gewölbe! In dem ganzen Touristentrott hatte ich Tania jedoch verloren, aber wir trafen uns später durch Zufall erstaunlicherweise im Park wieder. Neben den Gemächern des Sonnenkönigs und seiner Nachfolger konnte man noch eine Kathedrale besichtigen, in die sich Ludwig XIV am Ende seines Lebens immer öfter zurückgezogen hatte. Viele Galerien jedoch waren wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen 😦

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So ging es weiter in den riesigen, geometrisch angelegten Park, für dessen Durchquerung man, glaube ich, über eine Stunde brauchte. Im Osten des Parks konnte ich die Gemächer von Marie Antoinette, der Frau Ludwig XVI, besichtigen. Ihre Salons waren deutlich dezenter und somit weitaus geschmackvoller eingerichtet, als die verkitschten und dekorüberladenen Räume ihres Mannes und die Ludwig XIV. Neben ihrem kleinen Schloss hatte Marie Antoinette auch eine Ansammlung kleiner Farmhäuser geschaffen, die sie neben einem kleinen Leuchtturm um einen See herum angesiedelt hatte. Das war total putzig und bildete ein riesen Kontrast zum Pomp der restlichen Schlossanlage.
Als es schon fast Abend war wollte ich doch noch einen kleinen Blick in die Innenstadt von Versailles werfen, die allerdings fast gar nichts interessantes zu bieten hatte, außer einer Kathedrale und schnurgerade konstruierten Straßen mit Geschäften. Na gut, am Ballhaus bin ich noch vorbeigekommen, in dem die Nationalversammlung am 20. Juni 1789 ihren berühmten Ballhausschwur leistete. Aber natürlich war das Haus schon geschlossen 😦

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Mit Plattfüßen fuhren Tania und ich schließlich zu Freia, von wo aus Freia und ich uns noch zu einem Konzert aufmachten. Dieses fand nicht in irgendeinem Club statt, sondern in einem, ich würde es mal als „Clubboot“ bezeichnen. Während des Konzerts gerieten wir schon ab und zu leicht ins Torkeln 😉 Die Band war übrigens absolut genial, Ma Valise, mit Weltmusik in allen möglichen Sprachen und Rhythmen.

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Den nächsten Tag besuchte ich die Pariser Moschee, die einen herrlich ruhigen und wunderschönen Pol in der hektischen Großstadt bildet. Danach schließlich noch das Institut der arabischen Welt. Dessen Fassade ist von außen wie von innen absolut faszinierend, denn bei Sonnenlicht lässt sie mit ihren kleinen runden Fenstern herrliche Lichtspiele zu. Und dann noch der tolle Blick von der Terasse! Die Ausstellungen und der Buchladen des Instituts waren natürlich auch nicht zu verachten!

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Nachmittags war ich dann noch ein bisschen im Marais-Viertel unterwegs und schleppte mich abends mit mittlerweile schmerzenden Füßen zum Bahnhof und fuhr zurück nach Rennes.

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3 Gedanken zu “(Mal wieder) Paris

  1. …ja die Kultur der „alten Welt“, die fehlt mir hier schon ab und an – die Preise aber nicht 😉
    Immerhin hat Buenos Aires eine 1A Kaffeehaus-Kultur und eine echt vitale Kunstszenen.
    Sehen uns hoffentlich im Aug.!

  2. Hola, du wirst es nicht glauben: Vor zwei Tagen hat mich mit etwa zweimonatiger Verspätung deine Postkarte aus Peru erreicht! Merci beaucoup! Ich habe sie gleich zur Zimmerdekoration eingesetzt 😉
    Ich kann übrigens gerade nicht die Seite eures Blogs öffnen – ist das normal?

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