Ein Hauch von Révolution

ag2.jpg   ag3.jpg   ag1.jpg Diese Woche Mittwoch gab es während der Mittagspause eine studentische Vollversammlung. Diese wurde von einer linken (ich glaube sogar kommunistischen) Studentenassoziation ins Leben gerufen, um über ein neues Gesetz zu diskutieren, das die Autonomie der Unis zunehmend einschränken soll. Generell wurde fast genau dasselbe diskutiert wie in Jena: Der Einsatz von mehr aus der Wirtschaft kommenden Leuten als Studenten im Unirat, die Machtkonzentration im Amt des Unikanzlers, die steigenden Gebühren für Dienstleistungen der Uni, die ungleiche Bewertung und Anerkennung der Abschlüsse zwischen den französischen Unis, etc. Allein der Atmosphäre willen war diese Generalversammlung hochinteressant für mich. Erstmal waren deutlich mehr Leute anwesend als bei einer Vollversammlung in Jena (okay, die Uni hier hat auch mehr Studenten). Es lief so ab, das die vier Organisatoren vorne im Hörsaal an einem Tisch saßen, ein paar einleitende Worte formulierten und dann das Wort den anwesenden Studenten überließen, die einer nach dem anderen das Wort ergriffen. Das ging dann allerdings 2 1/2 Stunden so weiter ohne, dass zwischendurch etwas produktives herauskam. Die ersten Nikotinabhängigen fingen deshalb an, sich ihre Zigaretten im Hörsaal anzuzünden. Aber wirklich jeder wurde bis zum Schluss angehört. Dazwischengeplapper von anderen Studenten wurden mit scharfen „Scht“-Lauten unterbunden. Am Ende sollte dann eine Abstimmung stattfinden, was gegen das Gesetz unternommen werden könnte. Die Abstimmung endete jedoch in einem großen „Bordel“ (Chaos). Von hinten blökten die ersten, dass alles gefälscht sei, weil keiner die Stimmen gezählt hatte, andere moserten über die Formulierung der Forderung, „Buh“-Rufe und Pfiffe wurden laut… Es lag tatsächlich etwas revolutionshaftes in der Luft… Mir reichte es dann aber nach so langer Zeit in dieser Versammlung – ich weiß nicht, was letztendlich herausgekommen ist…
Am nächsten Tag streikten übrigens wie in Deutschland die Züge. Und auch die Unibibliothek hatte sich angeschlossen und einfach mal für einen Tag dicht gemacht. Mal sehen, wann die ganze Uni streikt… hätte ich nichts dagegen 😉

2 Gedanken zu “Ein Hauch von Révolution

  1. Rennes 2 ist legendär – wenn was passieren soll, dann beginnt es wahrscheinlich dort (ich glaube, die waren in 2006 am längstem blockiert)… Es gibt „sogar“ (sogennante) Kommuniste 😀 ! (Ich habe einen Kommunisten aus Rennes gekannt, der seiner Schwester sein Auto nicht leihen wollte…)

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